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Das „Ginkgo-Prinzip“ gegen Stress

Göttinger Verlag Mauritz und Grewe Das „Ginkgo-Prinzip“ gegen Stress

Sich zu Tode zu arbeiten, ist die einzige gesellschaftlich anerkannte Form des Selbstmords“, zitiert Sebastian Mauritz, Chef des Göttinger Verlags Mauritz und Grewe, Johann Freudenreich.

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Falscher Umgang mit Stress bei der Arbeit: Kompensation durch ungesundes Essen.

Quelle: ddp

Um diesem Tod, aber auch generell Stress vorzubeugen, hat Mauritz zusammen mit der Psychologin Svea Heinrich und Betriebswirt Jens Barwinske das Buch „Das Ginkgo-Prinzip. Arbeitest Du nur oder lebst Du auch?“ verfasst.
Das Blatt des Ginkgo-Baums stehe in der asiatischen Philosophie seit Jahrtausenden für die Vereinigung von Gegensätzen, schreiben die Autoren. Deshalb haben sie es als Symbol des Buches gewählt. Die Gegensätze, die mithilfe ihres Buches vereinigt werden sollen, sind Arbeit und Freizeit. „Ein erfolgreiches Arbeiten nach dem ,Ginkgo-Prinzip‘ funktioniert über die Komponenten Gesundheit, räumliche Sinnlichkeit und eine ergebnisorientierte Arbeitskultur“, schreiben die Autoren. Dies führe zu Leistung und Wohlbefinden.
Doch die Realität in der Arbeitswelt sehe anders aus: „Rund 70 Prozent der Arbeitnehmer leiden in Deutschland unter Stress“, heißt es in dem Buch. Dass dieser krank mache – beispielsweise zum Burn-Out führen könne –, sei bewiesen. Zudem könnten gestresste Menschen keine Kreativität entwickeln, obwohl diese in immer mehr Berufsfeldern gefordert sei. „Eine gesunde ‚Work-Life-Balance‘ scheint oft unmöglich“, so die Autoren.

In ihrem Buch legen sie dar, warum es zu Stress durch den Beruf kommt, wie dieser zu psychischen und physischen Krankheiten führen kann und letztendlich dadurch die gesamte Volkswirtschaft leidet. Und sie zeigen Wege aus der Stressfalle an.
So sei das ständige Multitasking am Arbeitsplatz kontraproduktiv und führe nur zu Stress: „Menschen können nicht zwei oder mehr Dinge gleichzeitig erledigen“, stellen die Autoren fest. Auch der unterschwellige Lärm in Büros durch Telefone oder Drucker führe zu erhöhtem Blutdruck.

Das Buch gibt praktische Tipps, mit diesem Stressfaktoren, die mehr dargelegt, als kritisiert werden, umzugehen. So raten die Autoren zu Entspannung am Arbeitsplatz, beispielsweise mittels Yoga oder „Power-Napping“, also einem kurzen Nickerchen. Auch sei der Kaffeekonsum zugunsten gesunder Ernährung zurückzustellen. Wichtig sei zudem eine Gestaltung der Büros unter Einbeziehung von Pflanzen, Düften, Licht und Musik, um die Sinne der Arbeitnehmer zu fordern und fördern.

Um die Thesen der Autoren zu untermauern, ist das Buch voller Grafiken, interessanter Infokästen, Illustrationen und Zitate illustrer Persönlichkeiten. Und selbst wenn viele Aussagen wohlbekannt sind: Im „Ginkgo-Prinzip“ werden sie komprimiert dargestellt und in leicht verständlicher und amüsanter Weise vermittelt.

„Wir wollen mit dem Buch einen ganzheitlichen Ansatz zeigen“, sagt Mauritz. Bleibt zu hoffen, dass die Arbeitswelt bereit ist für die guten Ideen der drei Autoren und ein Nickerchen am Arbeitsplatz toleriert.
Sebastian Mauritz, Svea Heinrich und Jens Barwinske: „Das Ginkgo-Prinzip. Arbeitest Du nur oder lebst Du auch?“ Verlag Mauritz und Grewe 2009, 272 Seiten, 42 Euro.

Von Corinna Berghahn

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