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Jazzmusik im Apex

Heimlicher "Trinity"-Hit Jazzmusik im Apex

Drei auch aus anderen Formationen bekannte Musiker der Göttinger Jazzszene bilden das Trio „Trinity“. Der Bassist Martin Tschoepe, der Gitarrist Andreas Jäger und Bernd Nawothnig am Schlagzeug haben auch schon über die Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und Nanjing mit dortigen Musikern gespielt.

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Zum Ende wird der heimliche Hit des Trios angekündigt.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Andreas Jaeger hat unter anderem Jazz- und Popular-Musik studiert und bewegt sich vorwiegend im Jazz und der improvisierten Musik. Martin Tschoepes Bestreben ist nach eigener Auskunft, stets einen eigenen Sound, eine eigene musikalische Sprache jenseits von stilistischen Grenzen zu finden. Auch er hat Jazz und Popular-Musik studiert. Bernd Nawothnig hat sein Studium am „Drummers Collective“ in New York City absolviert. Er unterrichtet unter anderem Schlagzeug und Vibraphon an der Freien Musikschule am Wall, an der auch Tschoepe aktiv ist.

Es ist wohl dem Hoch Johannes und dem dadurch bedingten lauschigen Sommerabend geschuldet, dass nur wenige Besucher den Weg ins Apex finden. Die Anwesenden werden gleich zu Beginn mit einer humorigen Ansage um entsprechenden Applaus nach den Stücken gebeten. Die Band lässt das Konzert aufzeichnen.

Ausschließlich eigene Kompositionen stehen auf dem Programm. Mit leicht sphärischen Klängen beginnt „At home“, eine Komposition von Tschoepe, bevor das Stück an Fahrt und Rhythmus gewinnt. Sehr klar, mit wohlklingenden Melodiebögen kommt das E-Gitarrenspiel von Jäger, während Nawothnig zu Beginn sein Schlagzeug sehr zurückhaltend bedient. Aber das Trio steigert sich von Stück zu Stück, wird dynamischer mit teils groovigen Sounds von Tschoepe am Kontrabass in „Strange way, strange kind“ und vertrackten, leicht nervösen Rhythmen in dem „Nörgel-Samba“ von Nawothnig. „Goodbye Charlie“ erinnert mit einer ruhigen Ballade und stimmungsvollem Bass-Intro an Charlie Mariano.

Die Musiker wirken sehr konzentriert. Kommentare zu den teils sehr fantasievoll betitelten Stücken geben sie jeweils erst zum Ende der zwei Sets. In „Traum unter Eis“ fährt Nawothnig mit den Spitzen seiner Sticks über die Becken und erzeugt so eindringlich schleifende Geräusche. Bass und Gitarre ergänzen sich im Verlauf des Stücks harmonisch mit singenden Tönen.
Zum Ende wird der heimliche Hit des Trios angekündigt. „Der Schlurch“ sei ein noch nicht entdecktes Lebewesen, eine Mischung aus Gürteltier und Eidechse, bewege sich rollend und habe, laut Aussage von Komponist Tschoepe, das Rad erfunden. Diese Bewegung setzen sie dann mit ihrer zuerst ruhigen und dann immer energetischeren musikalischen Interpretation in Gang.
Ein interessanter Ausflug im Spannungsfeld des Modern Jazz.

Von Jörg Linnhoff

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