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Feier für Gründer Hermann Roemer in Hildesheim

Roemer- und Pelizaeus-Museum Feier für Gründer Hermann Roemer in Hildesheim

Das Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum widmet einem seiner Gründer eine Ausstellung mit dem Titel "Welt Weites Wissen". Der vor 200 Jahren geborene Sammler und Forscher Hermann Roemer habe schon zu seiner Zeit eine erstaunlich moderne Idee eines Museums als "Bild von der Erde im Kleinen".

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Der Museumsgründer breitbeinig mit Hut auf einem Gruppenfoto neben Kollegen.

Quelle: r

Hildesheim. Ein echtes Ammonshorn? Ein Seeigel? Ein Fischskelett? „Wir können so was auch basteln“, sagt Liam Kunalan. Bei manchem der Exponate im Roemer- und Pelizaeus-Museum ist jetzt daher Skepsis angebracht. Denn es sind zwar Originale, aber eben Originalkunstwerke – und nicht unbedingt Fundstücke aus der Natur. Aber auch solche Artefakte sind ja „Bilder von der Erde im Kleinen. Kunalan gehört zu den Jungen Mitglieder des Museumsvereins, die die Ausstellung mitgestaltet haben.

Ausstellung

 „Welt Weites Wissen. Zum 200. Geburtstag des Museumsgründers Hermann Roemer“. Bis 26. Februar 2017, Roemer- und Pelizaeus-Museum, Am Steine 1, Hildesheim.

Den erwachsenen Mitkuratoren Stefan Bölke und Jürgen Vespermann sowie Museumschefin Regine Schulz bleibt es überlassen, ins 19. Jahrhundert zurückzugreifen, ins Jahr 1844, als der Museumsverein und wenig später das Museum gegründet wurden. Sie zeigen dabei, dass Roemer damals zur Beschaffung von Exponaten auch sehr kreativ war.

Immerhin schwebte dem 1844 erst 28-Jährigen nichts Geringeres als ein Weltenmuseum vor. Zeugnisse für „Welt Weites Wissen“ hat Roemer schon lange gesammelt, bevor er für eine Ägyptenreise zum ersten und einzigen Mal Europa verlassen hat. Und zwar mithilfe seiner internationalen Kontakte: Über Ernst Ohlmer, der Seezolldirektor in Tsingtau war, verschaffte er dem Haus chinesische, über Conrad Machens, Kaufmann auf den Fidschi-Inseln („Fidschi-Machens“), ozeanische Artefakte.

Großer Ruf im 19. Jahrhundert

Und Roemer hat auch seine Brüder eingespannt, von denen der eine, Friedrich-Adolf, die Bergakademie in Clausthal leitete, der andere, Carl-Ferdinand, Geologieprofessor in Breslau war – und als „Vater der texanischen Geologie“ in dem US-Bundesstaat geforscht und mehrere Standardwerke über dessen Geomorphologie geschrieben hat. Kein Wunder, dass die geologisch-paläontologische Sammlung des Museums im 19. Jahrhundert großen Ruf genoss.

Lauter tolle Hirsche: 10 000 Jahre altes Riesenhirschskelett heute und in einer Präsentation zu Lebzeiten Hermann Roemers .

Quelle: r

Mit der Ausstellung ist nach sieben Jahren renovierungsbedingter Schließung erstmals auch wieder das Untergeschoss des Hauses zugänglich und erinnert an dessen architektonische Anfänge: Denn das Museum in der Martinikirche des einstigen Franziskanerklosters ist hier nicht nur durch deren gotische Seitenbögen in voller Höhe sichtbar.

Die Ausstellung zeigt anhand historischer Fotografien auch, wie sich die musealen Präsentationsformen geändert haben. Statt in Vitrinen dicht an dicht zeigt man die Exponate heute eher in ihrem lebensweltlichen Kontext. Gleich zu Anfang ist dafür Roemers Arbeitszimmer nachempfunden, wo man seine Korrespondenzen nachlesen und alte Fotografien durchmustern kann. Darunter auch jenes vom Selbstbewusstsein des Museumsgründers zeugende Gruppenfoto mit Direktorenkollegen, auf dem Roemer 1887 unübersehbar breitbeinig in der ersten Reihe flezt.

Von Daniel Alexander Schacht

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