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Das ganze Universum

Thema des Tages Das ganze Universum

Es ist wie immer: Das neue Jahr kommt eher schleppend auf Touren – zumindest was die Kultur in Südniedersachsen anbetrifft. Los ist nicht nichts, aber es wird auch nicht eben eine überbordende Fülle an Veranstaltungen angeboten. Doch in der näheren Umgebung finden sich Ziele, die es wert sind, angesteuert zu werden. Sie bieten Informationen über Professoren, die Märchen sammelten, eine japanische Künstlerin und ihr Universum, über Kolben, die die Welt veränderten und über das, was Fotografie auch kann. Viel Spaß dabei!

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Blick in die Unendlichkeit: Der „Infinity Room“ ist Teil der aktuellen Ausstellung „Blue Moon“ in der Kunsthalle HGN.

Quelle: Thiele

Duderstadt. „Blue Moon“ heißt die Ausstellung, die derzeit in der Kunsthalle HGN läuft. Im Zentrum steht das Licht. Zu sehen sind vor allem Skulpturen und Installationen aus der Sammlung des Hausherren Hans Georg Näder, ergänzt um Leihgaben. Weltkunst steht hier bruchlos neben Arbeiten von Newcomern.

Für die Installation „Infinity Mirrored Room – The Souls of Millions of Light Years away“ aus dem Jahr 2013 haben die Organisatoren eigens ein kleines Haus mit einer weiten Holzrampe in ein ehemaliges Schwimmbecken gebaut. Ausstellungsbesucher gehen dort einzeln hinein, drinnen erwartet sie eine überwältigende Fülle von kleinen Lichtern, durch Rundumverspiegelung so grenzenlos wie das Universum. Größer geht es nicht. Die Japanerin Yayoi Kusama hat dieses Werk geschaffen, ein Weltstar der Szene. Sie ist inzwischen 86 Jahre alt, lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in einer Nervenheilanstalt. Als Teenager plagten sie Halluzinationen, sie sah Muster aus Linien und Punkten, die in ihrer Kunst bis heute gegenwärtig sind.

Neben dieser grenzenlosen Weite des verspiegelten Raumes zeigt die deutsche Künstlerin Rosemarie Weinlich, Jahrgang 1984, das Geheimnis des Lebens im ganz kleinen Format. „Habitat. Eine melancholische Erinnerung an die Vergänglichkeit“ aus den Jahren 2011 bis 2013 hat sie eine Ansammlung von Glaskolben genannt, die wie Glühlampen aussehen und an langen Kabeln von der Decke hängen. In den Kolben liegen Pflanzen in Wasserreservoirs. Von oben beleuchtet, genügt ihnen ihre Umgebung zum Existieren. Sie wachsen und vergehen.

Wichtig: Nicht den Raum übersehen, der in dem Gebäude links der Ausstellungshalle liegt. Hier findet sich ein schillerndes Spaßparadies mit Dinos aus China, einer Hochglanz-Skulptur von Jeff Koons, einem gepunkteten Riesenkürbis von Kusama und einer lustigen Foto-Persiflage von Rothschild: „Cheaper then Gurski“, günstiger als ein Werk des Fotografen Andreas Gurski. Die Schau läuft noch bis zum Bis 14. Februar in der Kunsthalle HGN, Karl-Wüstefeld-Weg in Duderstadt. Die Ausstellung ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Von Rädern und Motoren

Einbeck. Der PS-Speicher ist ein einzigartiges Museum für Fahrzeuge. Erlebnis- und Ausstellungspark nenne die Organisatoren ihr Haus. Ausgestellt sind neben Fahrrädern Automobile und Motorräder, die 130 Jahren motorisiertes Fahren lebendig werden lassen. An den Wochenenden stehen etwa 90-minütige Zeitreisen durch die PS-Geschichte auf dem Programm. Sogenannte PS.Piloten begleitet die Besucher durch die Ausstellungsräume und geben einen lebendigen Einblick in die zündenden Ideen, mit denen Tüftler und Erfinder ihre zwei-, drei- und vierrädrigen Vehikel ins Rollen brachten.

Neben Hintergründen und Geschichten zu ausgewählten Exponaten bietet der Rundgang auch eine Einordnung der technischen Entwicklungen in die jeweilige Zeitgeschichte. Beginn ist um 14 Uhr. Die Gruppengröße beträgt maximal 20 Personen. Teilnehmer sollten sich telefonisch unter 0 55 61 / 92 32 00 oder am Veranstaltungstag an der Information im PS-Speicher anzumelden. Das Haus, Tiedexer Tor 3, ist mittwochs bis sonnatsg von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. pek/CH

Die Welt der Brüder Grimm

Kassel. Eigentlich müsste es fast noch nach Farbe riechen in der Grimmwelt.  Erst im September haben die Organisatoren das Haus eröffnet, das an das Wirken der Brüder Grimm im 19. Jahrhundert erinnern soll. Die zentrale Ausstellung beleuchtet das Wirken der Göttinger Professoren von ihrer Arbeit als Sprachforscher bis hin zum Sammeln und Aufschreiben von Hausmärchen, die noch heute Kinder in aller Welt begeistern. märchenhafte, geheimnisvolle, forschende, aufschlussreiche und poetischen grimmsche Welt der Sprache und Bedeutungen. In vielen Variationen zeigt die Ausstellung die Vielschichtigkeit ihres Werkes – märchenhaft, geheimnisvoll, forschend, aufschlussreich und poetisch.

Hochgelobt ist auch die Ausstellungarchitektur, die ganz neue Wege beschreitet. Eine Sonderausstellung läuft noch bis zum 20. März. Sie befasst sich mit Haaren. Dehnen sind im grimmschen Wörterbuch mehr als 200 Begriffe zugeordnet. Auch in Märchen spielen Haare eine Rolle. Ob als Bestandteil des alltäglichen Lebens oder magisches Element, Kunstobjekt oder Objekt der Begierde, ob geschmeidig oder widerspenstig. Die erste Sonderschau in der Grimmwelt beleuchtet das Phänomen Haare. Gezeigt werden Werke von Künstlern wie Marina Abramovic und Ulay, Ludwig Emil Grimm, Heather Dewey-Hagborg und anderen. Die Grimmwelt in der Weinbergstraße 21 in Kassel ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, freitags bis 20 Uhr geöffnet.     pek/dpa

Auf dem Schlachtfeld

Die Funde zweier Hobbyarchäologen in einem Waldstück am Harzhorn im Jahr 2007 brachten die Geschichtsschreibung durcheinander. Was sie im Sommer 2008 der Northeimer Kreisarchäologie vorlegten, schien zunächst unglaublich: Speer- und Katapultgeschoss-Spitzen, eine Pionierschaufel sowie eine eiserne Hufsandale waren jedoch tatsächlich eindeutig römi­sch­en Ursprungs, wie sich bald herausstellte. Eine groß angelegte Sondierung förderte schließlich weitaus mehr zutage. Auf dem Harzhorn-Areal zwischen Kalefeld und Bad Ganders­heim wurden mehr als 2000 überwiegend militärische Artefakte gefunden, die belegen, dass das Harzhorn Schauplatz eines blutigen Gefechts zwischen Germanen und Römern im dritten Jahrhundert nach Christus gewesen sein muss. Ein neu errichtetes Info-Gebäude gibt Aufschluss über Funde und die Schlacht. Es liegt zwischen den Ortschaften Kalefeld-Oldenrode und Ildehausen an der B 248. Geöffnet ist es sonntags von 13 bis 16 Uhr, um 14 Uhr starten Führungen über das Schlachtfeld. pek/dpa

Träger des Kaiserrings

Goslar. Frisch renoviert erstrahlt das Mönchehaus-Museum in neuem Glanze. Dazu trägt auch die bemerkenswerte Ausstellung von Boris Mikhailov bei. Der Fotograf ist aktueller Träger Kaiserrings der Stadt Goslar, eine der renommiertesten Auszeichnungen in der gesamten Kunstwelt. Zu sehen sind zahlreiche Arbeiten aus den wichtigsten Werkserien des 1938 in  der Ukraine geborenen Künstlers. Autodidakt Mikhailov gehört zu den bedeutendsten Chronisten der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft. Gezeigt werden Werkreihen aus den 60er- bis in die 80er-Jahren. Darüber hinaus sind in dem ehemaligen Ackerbürgerhaus Werke vorangegangener Kaiserringträger wie Franz Gertsch, Nam June Paik, Robert Longo, Richard Serra, Victor Vasarely und anderen ausgestellt. Eine ganz besondere Atmosphäre strahlen die ortsspezifischen Rauminstallationen von Rebecca Horn, Anselm Kiefer oder Günther Uecker aus. Im Skulpturengarten des Museums finden Sie Werke von Joseph Beuys, Max Ernst, Jenny Holzer und Victor Vasarély sowie eine Rauminstallation von Ilya Kabakov. Das Mönchehaus-Museum, Mönchestraße 1, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. pek/dpa

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