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Das international besetzte „Trio Imprint“ mit Standards und Eigenem

Jazz in der Junkernschänke Das international besetzte „Trio Imprint“ mit Standards und Eigenem

Der Fußboden ist mit langflorigen Teppich bedeckt, die Gäste sitzen auf schalenförmigen, weichen  Drehsesseln. Das Licht ist nur leicht gedämpft, die Beleuchtung über der angrenzenden Treppe wechselt ihre Farbe im Zehn-Sekunden-Takt. Das „Trio Imprint“ gibt ein Jazz-Konzert in der Junkernschänke in Göttingen, und die Atmosphäre stimmt in Maßen.

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Trio mit Kopf: Martin Tschoepe, Norbert Markus und Raymond Kaczynski.

Quelle: Theodoro da Silva

Der Kopf des Trios ist zweifellos der ungarische Pianist Norbert Markus, der vor dem Konzert eine Weile vor der Bühne steht. Er wartet auf jemanden, der ihn zu seinem Instrument begleitet, denn Markus ist blind. An diesem Abend spielt er sehr feinfühlig und mit viel Spaß an flinken Läufen auf dem edlen Steinway-Flügel in dem Salon.

Neben Standards hat das Trio Eigenkompositionen seiner Mitglieder im Programm. Vor allem die Stücke, die Markus geschrieben hat, stechen hervor, darunter eines, das der Pianist nach einem Erlebnis mit seinem Vater geschrieben hat, einem Besuch beider in Deutschland. Deutlich flirrt die Komposition vor Hektik und Atemlosigkeit, die der Episode aus seiner Jugend anhaftet - und klingt doch liebevoll.

Der Göttinger Martin Tschoepe begleitet am Kontrabass, die Stückliste sieht viele Werke mit einem satten Basspart vor. So souverän und virtuos er sein Instrument beherrscht, so unsicher moderiert er den Abend. Am Schlagzeug vervollständigt der US-Amerikaner Raymond Kaczynski das Trio. Er agiert variabel und eher zurückhaltend, was dem Abend gut tut.

Von Peter Krüger-Lenz

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