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David-Orlovsky-Trio in Dransfeld

Könige des Klezmer David-Orlovsky-Trio in Dransfeld

Bei der großen, vom ZDF übertragenen Gala am Sonntagabend ist es zwar nicht zu sehen gewesen, aber das David-Orlovsky-Trio gehört trotzdem zu den 58 Preisträgern des renommierten Echo Klassik. Am Vorabend spielte die Klezmer-Band in der evangelischen Kirche St. Martini in Dransfeld.

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Am Abend vor der Preisverleihung noch in Dransfeld: das David-Orlovsky-Trio

Quelle: Heller

Dransfeld. 220 Menschen kamen zum Dransfelder Konzert. Die Schlange an der Abendkasse war lang.

„Einzelne Fans sind aus Hamburg, Hannover und Marburg, viele Besucher aus Göttingen und Kassel angereist“, berichtet Steffen Ramswig. Er ist sowohl beim Verein Dransfelder Kulturlandschaft (Drakula) wie auch bei Kultur im Kreis aktiv, den beiden Veranstaltern des Konzerts. „Eine Klezmer-Gruppe hatten wir noch nie in unsere Stadt geholt“, sagt Ramswig.

Klezmer ist die Tanzmusik des Ostjudentums, die seit in den 70er-Jahren ein Revival erlebt. Die Stücke hat der Klarinettist Orlovsky mit seinem Trio, das der damals 16-Jährige 1997 gründete, kammermusikalisch weiterentwickelt. Um der konzertanten Musik den passenden Rahmen zu geben, wählten die Organisatoren die Kirche als Konzertort. „Deren Akustik passt besser zu den weichen, warmen Klängen als die Stadthalle“, erklärt Ramswig.

Im Mittelpunkt das Auftritts stand „Klezmer Kings – A Tribute“ (2014), die fünfte CD des Trios. Für sie bekamen die Musiker den Echo Klassik zum dritten Mal (2008, 2011) in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“. Inspirieren ließen sich die Musiker von den mal melancholischen, mal unbändig lebensfrohen New Yorker Klezmer-Virtuosen der 20er-Jahre.

Sie spielten die facetten- und ideenreichen Stücke des Komponisten und Klarinettisten Naftule Brandwein. Von Dave Tarras gab es ein Medley zu hören, das sehr langsam beginnt und dann rasant schnell wird. Gründungsmitglied Florian Dohrmann (Kontrabass und Komposition) sowie Jens-Uwe Popp (Gitarre), der seit 2005 dabei ist, sorgten auf ihren Instrumente auch für perkussive Begleitung.

Das Publikum applaudierte begeistert. Als Zugabe spielte das Trio das Stück „Donna Donna“, das durch die Interpretation der Folksängerin Joan Baez von 1960 einem größeren Publikum bekannt geworden ist. Die ruhige Interpretation schloss den Spannungsbogen des zweistündigen Konzerts. Nach der Übernachtung in Dransfeld brach das Trio zur Preisverleihung nach Berlin auf.

Von Michael Caspar

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