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Denmantau rockt im Nörgelbuff

Wildes Tanzkonzert Denmantau rockt im Nörgelbuff

Konzert mit Kickstart: Sänger Paul Weber dreht schon mit dem ersten Song die Stimmung auf. Die fünf Musiker von Denmantau haben auf ihrer „Dark Light“-Tour den Göttinger Nörgelbuff gerockt. Die Abstimmung mit den Füßen des Publikums gibt der Indie-Band recht: „Ihr seid hier, weil ihr gute Musik mögt.“

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Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Als Sänger Paul Weber die Bühne betritt strömen schlagartig Nachzügler in das Kellergewölbe des Nörgelbuffs. Das Publikum scheint auf das doppelte anzuschwellen. Die Trompete bläst zum Intro des ersten Songs und des Abends. „Are you ready for a rock concert?“, ist mehr als die rhetorische Frage des Frontmanns einer Band, die ihrem Publikum „Bohemian/Dance Rock“ versprochen hat. Es wird ein wildes Rock-Konzert mit fliegenden Haaren, nacktem Oberkörper und einer begeistert tanzenden Menge.

Denmantau ist plattdeutsch für „Dann mal los!“. Der Name ist Programm. Mit Enthusiasmus und überschäumender Energie singt Weber, spielt Trompete und parkt sein Schüttelei lässig in der Hosentasche, bis es zum Einsatz kommt. Dabei springt und tanzt er ohne Pause. Das Publikum lässt sich gerne mitreißen. Bei „Little Darling“ zeigen sich die Zuhörer textsicher. Als Frontmann Weber dann noch die Bühne verlässt, um mit den Besuchern zu tanzen, gibt es kein Halten mehr. Die Stühle im Tanzbereich werden kurzerhand zur Seite geräumt.

Mit „Black Light“ haben die fünf Indie-Rocker ihr viertes Album vorgelegt. Die Musik ist Alternative Rock gepaart mit Western oder Folk. Neben Bass (Stefan Pomplun) gibt es gleich zwei Gitarristen (Jonas Gerigk und Julian Schonscheck). Schonscheck tauscht die Gitarre  gelegentlich gegen ein Keyboard ein. Die vier Bandmitglieder an den Instrumenten sorgen für den musikalisch fein austarierten Sound der Band und bilden die ruhige Basis im Hintergrund. Frontmann Weber nimmt den Vordergrund der Bühne ein mit seiner tiefen Stimme und dem Trompetenspiel, das Denmantaus Indie-Rock die besondere Note verleiht.

Vor drei Jahren ist die Band ins kalifornische Los Angeles übergesiedelt. Dort hielten sie sich erst mit Straßenmusik, inzwischen mit Auftritten in Clubs über Wasser. Das letzte Lied des Abends ist Rammsteins „Du hast“, das Milan Carl mit treibenden Drums unterlegt. Als deutsche Band auf Los Angeles Santa Monica Pier, wo Straßenkünstler und Musiker, um die Gunst der Passanten buhlen, konnten Rammstein-Songs ein Türöffner sein. Aber auch das Göttinger Publikum feiert zu dem Lied, das ansonsten aus dem Repertoire heraussticht – des deutschen Textes wegen.

Die Bühnenerfahrung merkt man Denmantau nicht nur an, wenn es darum geht, ihr Publikum zum Tanzen zu animieren. Auch schwierige Situationen können die fünf Musiker souverän beilegen. Als gegen Ende des Konzerts auf einmal ein Zuhörer auf der Bühne steht und Sänger Paul Weber umarmt, wird er erst wegkomplimentiert und dann geschoben. Als der Störenfried dann jedoch ein Mikrofon entwendet verliert Weber kurz die Fassung, zeigt dann aber klare Kante und das Konzert kann weitergehen.

Wenn eine Zuhörerin „Curtain!“ ruft, dann bedeutet das auf einem Denmantau-Konzert nicht, dass der Theatervorhang fällt und die Leute nach Hause wollen. Es ist ein weiterer Song-Wunsch. Erst nach der dritten Zugabe lässt das Publikum Denmantau von der Bühne gehen.

Von Jorid Engler

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