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"Ernst, du hier?"

Satirepreis: Fünf Fragen an einen Göttinger Elch "Ernst, du hier?"

Seit 1997 vergibt die Stadt Göttingen den Satirepreis „Göttinger Elch“. 19 Künstler gehören inzwischen zum Elchrudel. In Tageblatt-Interviews sprechen die Preisträger über ihre Erinnerungen, über Zukunft und Elchrahmsuppe. Diesmal: Ernst Kahl.

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Der Zeichner, Maler und Texter Ernst Kahl gehört seit dem Jahr 2007 zum Elchrudel.

Quelle: Kreye

Göttingen. Tageblatt: Haben Sie noch besondere Erinnerungen an den Tag, als Ihnen der Elch-Preis verliehen wurde?

Ernst Kahl: Ich fühlte mich durch die Anwesenheit von Marie Marcks geehrt und dass ein Ehepaar aus Holland gekommen war, welches mal ein Bild von mir erworben hatte, erfreute mich. Lustig, als Harry Rowohlt auf der Bühne stand und sagte: „Ernst, du hier? Ich dachte, das ist mehr was für ältere Leute.“ Dieser Spruch kommt von einer Rattelschneck-Buchpräsentation in einem Hamburger Lokal. Harry lümmelte an der Bar als ich eintrat, schnurstracks auf ihn zuging und … doch lesen Sie selbst: „Harry, du hier? Ich dachte, da ist mehr was für jüngere Leute.“

An welchem Projekt arbeiten Sie gerade?

Ich habe begonnen, mich auf eine Autobiographie einzulassen. Sonst: zeichnen, Bilder malen, Ausstellungen und das Projekt Familie (zwei Kinder, dreizehn und zehn Jahre alt) ist auch nicht ohne.

Kommen Sie zur Verleihung des Elch-Preises 2017?

Wenn ich nicht krank werden sollte, ganz bestimmt.

Was haben Sie mit den 99 Dosen Elchrahmsuppe gemacht? Gibt es noch Restbestände?

Die Doseen eins, zwei und drei ruhen verschlossen im Tresor. Die Inhalte der Restdosen wurden an die Familie verfüttert beziehungsweise bei einer Verlosaktion an Leserinnen des Gourmetmagazins „Der Feinschmecker“ verteilt.

Wen würden Sie gerne noch in das Rudel der Elch-Preisträger aufnehmen?

Es wäre mal wieder Zeit für eine Frau. Vielleicht eine hilfsbedürftige blinde arme Oma, deren Namen niemand kennt, die heimlich witzige Gedichte schreibt.

 

Interview: Peter Krüger-Lenz

 

Der Göttinger Elch

Der „Göttinger Elch“ ist Deutschlands einziger ­Satire-Preis. Künstler, ­Kabarettisten, Schriftsteller und Schauspieler erhalten ihn für ihr Lebenswerk. Er ist dotiert mit 3333,33 Euro und einer vollsilbernen Elch-Brosche. Bis 2015 gehörten weiterhin 99 Dosen Elchrahmsuppe dazu. 1997 wurde der Elchpreis erstmals verliehen.

Bisher erhielten ihn:

1997: Chlodwig Poth (1930-2004)

1999: Robert Gernhardt (1937-2006)

2000: Gerhard Polt

2001: Harry Rowohlt (1945-2015)

2002: Marie Marcks (1922-2014)

2003: F. W. Bernstein

2004: Emil Steinberger

2005: Otto Waalkes

2006: Hans Traxler

2007: Ernst Kahl

2008: Biermösl Blosn

2009: Helge Schneider

2010: Olli Dittrich

2011: Josef Hader

2012: Franziska Becker

2013: Michael Sowa

2014: Georg Schramm

2015: Rudi Hurzlmeier

2016: Max Goldt

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