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Der Wadenbeißer schnappt zu

Comedy im Apex Der Wadenbeißer schnappt zu

Was ist nur in Uelzen los? Auf eine Taube kommen zehn Rentner, und die nerven – beim Autofahren, im Supermarkt oder einfach nur so.

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Laut und ein wenig aggressiv: Christian Keltermann.

Quelle: Heller

Um die Jugendlichen ist es leider auch nicht besser bestellt. Sie saufen sich hemmungslos ins Koma, sodass sonnabends um 22 Uhr keiner mehr in der Lage ist, seinen Löffel über die Kerze zu halten. Kein schöner Ort zum Wohnen, wie es scheint. Aber viel Stoff für Comedy. Der Uelzener Christian Keltermann hat am Sonnabend das zahlreich erschienene Publikum im Apex an seinen Beobachtungen aus der Provinz teilhaben lassen. „Schnauze voll“ heißt sein neues Programm, mit dem der 32-Jährige derzeit durch die Republik tourt.

Genau wie der Titel seiner Show ist auch Keltermanns Stimmung: laut und ein wenig aggressiv. Der kleine Mann mit den dunkelbraunen, nach hinten gegelten Haaren hat etwas von einem Wadenbeißer. Unermüdlich schnappt der selbsternannte „politisch unkorrekte Hassprediger“ zu. Und nicht nur die Jugend und die Rentner bekommen ihr Fett weg.
Die Pointen zielen auf Frauen (die soviel Silikon in den Brüsten haben, dass man davon problemlos acht Bäder abdichten könnte), die Kirche: („Wenn man Jesus aufgehängt hätte statt zu kreuzigen, wäre dann auf jedem Kirchturm ein Galgen und kein Kreuz?“) oder Ausländer: („Ich lade zum Grillen immer Türken ein, um ihnen zu zeigen, dass man Fleisch auch waagerecht heiß kriegt.“).
Und sein ganz großes Thema sind „Asis“ – Asoziale – und vor allem deren Kinder, die in Keltermanns Heimatort Uelzen offenbar auch zahlreich vertreten sind. Und sie sind bei Keltermann nicht unbedingt beliebt. Mit seinen Synonymen für den Nachwuchs („Fickfehler“, „aufgezogene Nachgeburt“ und „Brüllfleisch“) schafft er es problemlos auf die Plätze eins bis drei für die Nominierung des Unworts des Jahres. Das ist schon mehr als politisch unkorrekt oder einfach nur platt, das ist menschenverachtend.

Von Eida Koheil

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