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Desirée Ruhstrat ist Solistin beim Konzert des Göttinger Symphonie-Orchesters

„Ich liebe Brahms“ Desirée Ruhstrat ist Solistin beim Konzert des Göttinger Symphonie-Orchesters

Die US-amerikanische Violinistin Desirée Ruhstrat konzertiert als Solistin mit großen Orchestern in den USA und spielt Kammermusik mit ihrem „Lincoln Trio“. Am Freitag tritt die Musikerin aus Chicago als Solistin mit dem Göttinger Symphonie-Orchester unter Leitung von Christoph-Mathias Mueller auf.

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Wurzeln in Göttingen: die US-amerikanische Violinistin Desirée Ruhstrat.      

Quelle: Pförtner

Göttingen. In welchem Alter begannen Sie Violine zu spielen?

Als Kind. Ich war dreieinhalb Jahre alt und spielte auf einer winzigen Violine. 

Warum gerade eine Violine?

Meine Mutter liebte die Violine. Sie nahm mich bereits im Alter von zwei und drei Jahren mit auf Konzerte, besonders auf Konzerte mit Violinisten.

Was schätzen Sie heute an dem Instrument?

Die Violine ist der menschlichen Stimme sehr nahe. Das macht sie zu so einem besonderen Instrument. Und für die Violine wurden die schönsten Melodien in der Musik geschrieben (lacht).

Am Freitag spielen Sie das „Konzert für Violine und Orchester op. 14“ des Amerikaners Samuel Barber (1910-1981). Wie kam es zu der Auswahl dieses Stückes?

Es war eine gemeinsame Idee vom Christoph-Mathias Mueller und mir. Das Werk lag nahe, da ich in Amerika geboren bin. Es bedeutet mir aber auch persönlich sehr viel, da Barber auf das gleiche Konservatorium ging wie ich selber – dem „Curtis Institut of Music“ in Philadelphia. Und mein Violin-Lehrer war einer der ersten Violinisten, die dieses Stück aufführten.

Was ist das Besondere an diesem kontrastreichen Werk?

Es wird als recht modern betrachtet und mache Menschen haben deshalb Angst davor. Doch es ist zu Beginn sehr lyrisch, warm und schön – nicht nur durch die Solo-Violine, sondern auch dank der schönen Soli der Holzbläser. Und dann gibt es dieses verrückte Ende, das niemand erwartet.

Wie erarbeiten Sie das Werk mit dem GSO?

Es gibt zwei Proben.

Welches Repertoire spielen Sie am liebsten?

Das ist eine schwierige Frage. Ich spiele aktuell viele Werke für Piano-Trio mit meinem „Lincoln Trio“. Doch ich muss sagen: Ich liebe Brahms. Im Trio-Repertoire und im Solo-Repertoire liebe ich Brahms. Aber auch Mozart oder Bach oder heutige Komponisten wie Jennifer Higdon. Manchmal ändert sich mein Geschmack jeden Tag.

Welche Unterschiede gibt es denn für Sie zwischen Kammermusik und dem Spiel mit einem Orchester? Sind dies zwei Welten?

Ja und Nein. In der Kammermusik muss man auf die anderen Stimmen der Mitmusiker achten und auf die Balance zwischen den Instrumenten. Man spielt mehr als Team. Als Solist kannst du viel individueller und gewaltiger spielen. Aber beides ist wunderbar.

Sie sind in Milwaukee/Wisconsin in Amerika geboren. Doch Sie haben Wurzeln in Göttingen. Welche?

Mein Vater wurde in Göttingen geboren und mein Urgroßvater gründete hier das Unternehmen Ruhstrat. Jetzt leben noch mein Bruder hier und die Hälfte der Familie meines Vaters.

Sie haben hier auch schon konzertiert.

Ja, zum ersten Mal bereits als ich etwa zwölf Jahre alt war. Damals trat ich schon mit dem GSO unter der Leitung von Volker Schmidt-Gertenbach auf. Vor zehn Jahren spielte ich hier unter dem Dirigat von Christoph-Mathias Mueller, als er sich in Göttingen als neuer Dirigent und künstlerischer Leiter vorstellte. An das Konzert erinnere ich mich noch sehr gut.

Interview: Udo Hinz

Desirée Ruhstrat gastiert mit dem Göttinger Symphonie Orchester am Freitag, 11. Dezember 2015 in der Göttinger Stadthalle im Rahmen des 3. Konzerts Philharmonischer Zyklus II – „Königlich und Rheinisch“. Das Konzert beginnt um 19.45 Uhr. Ab 19 Uhr gibt es eine Werkeinführung im Kleinen Saal der Stadthalle.

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