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Deutsch-Elbischer Gesang mit der Echo-Gewinnerin Oonagh in Göttingen

Wind im Haar Deutsch-Elbischer Gesang mit der Echo-Gewinnerin Oonagh in Göttingen

Technologie, Fortschritt, Flexibilität – all diese Begriffe prägen unsere heutige Zeit, die sich in einem ständigen, immer schnelleren Wandel befindet. Diesem modernen Weltbild stellt sich Oonagh (sprich: Una) entgegen und richtet den Blick auf die Natur. „Ich möchte euch einladen“, sagt die Sängerin, die eigentlich Senta-Sofia Delliponti heißt, zu ihrem Publikum in der Stadthalle – „zu einer zauberhaften Reise voller mystischer Orte und Klänge“.

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Unterwegs auf einer zauberhaften Reise: Oonagh im weißen Gewand.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Die Musik ist voll von kontrastierenden Elementen. Elektronische Keyboardklänge und Bassgitarre werden mit Trommeln und Flöte kombiniert. Nebel zieht durch die auf der Bühne nachgebauten Mauern, die wirkt, als sei sie aus bewachsenem Naturstein, und wird von einer großen Lasershow durchbrochen, im Hintergrund sind gewaltige Naturschauspiele auf einer Leinwand zu sehen.

Inmitten dieser Kulisse steht Sängerin Oonagh: Barfuß, in einem langen, fließenden Kleid, bewegt sie nahezu in Zeitlupe ihre Arme auf und ab, wiegt sich mit der friedvollen Musik, Wind weht durch ihr Haar. Selbst wenn die Rhythmen gelegentlich schneller werden, verliert Oonagh doch nicht ihre nach außen getragene innere Ruhe. Zeit und Raum scheinen völlig neu konstruiert.

Unterstützt von der tollen Background-Sängerin Sanne Mieloo singt Oonagh von der Natur, den Elementen und Fabelwesen. An deutschsprachige Strophen schließen sich teils fast schon hypnotische Refrains in elbischer Sprache an, die der Phantasie kaum Grenzen setzt. Die Melodien sind leicht eingängig und laden zum Schwelgen ein.

 Ohne große Effekte, dafür mit klarer Stimme und starkem Vibrato besingt Oonagh anrührend die Liebesgeschichte des verzauberten „Faolan“. Voller Lebensfreude tanzt sie zu „Silmaril“ und „Orome“. Auch Duette, die sie mit der Band Santiano aufgenommen hat, bringt sie auf die Bühne. Über Leinwand und Lautsprecher werden die Musiker kurzerhand mit in die Stadthalle geholt. Mit welch einfachen Mitteln erstaunliche Klangeffekte erzielt werden können, zeigt Oonagh mit „Hörst du den Wind“. Sie bittet das Publikum, zu Beginn schnell mit den Fingern zu schnipsen, später mit der Hand aufs Bein zu schlagen. Es entsteht sogleich der Eindruck eines immer stärker werdenden Regenschauers.

Die angekündigte Reise an mystische Orte und Klangwelten ist Oonagh mit ihrem farbenfrohen, phantasievollen Ethno-Pop in jedem Falle geglückt, auch wenn sich zahlreiche Details immer wieder auch auf sehr ähnliche Weise in den anderen Liedern wiederholen. Doch vielleicht macht gerade dies das Spezielle der Musik Oonaghs aus: Beständigkeit.

Von Tina Evers

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