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1984 in der Tiefgarage

Aufführung am Deutschen Theater Göttingen 1984 in der Tiefgarage

Die Theateraufführung „1984“ und das Festival „Rechts(D)ruck“ sind zwei Projekte des Deutschen Theaters Göttingen, die bereits einige Wochen vor der Spielzeiteröffnung veranstaltet werden. Beide machen (fehlende) Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltausübung zum Thema.

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Dorothée Neff in einer Szene der DT-Inszenierung „1984“.

Quelle: r

Göttingen. Die Theateraufführung „1984“ und das Festival „Rechts(D)ruck“ sind zwei Projekte des Deutschen Theaters Göttingen, die bereits einige Wochen vor der Spielzeiteröffnung veranstaltet werden. Beide machen (fehlende) Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltausübung zum Thema.

Das Stück „1984“ orientiert sich an dem Roman von George Orwell (1903-1950). Im Jahr 1948 veröffentlicht, ist das Buch immer noch aktuell. So stiegen dessen Verkaufszahlen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA deutlich an. Orwell schuf in „1984“ die Vision eines totalitären Überwachungsstaates. Die Gedankenpolizei kontrolliert die Menschen und ihr Denken. Auf Plakaten ist überall das Gesicht des Großen Bruders zu sehen, der für die umfassende Überwachung steht. Hier, in London, lebt Winston Smith. Er arbeitet im „Ministerium für Wahrheit“, in dem die Geschichte umgeschrieben wird. Smith ist heimlicher Gegner des Systems, das alsbald zurückschlägt.

Robert Icke und Duncan Macmillan haben den Roman für die Bühne bearbeitet und Brücken zur Gegenwart geschlagen. Ihr Winston Smith lebt in einer nahen Zukunft. Er lehnt sich gegen den allgegenwärtigen Staat auf und liebt Julia, in der er eine Mitstreiterin gefunden zu haben glaubt.

Tipp fürs Publikum: Warm anziehen

Die Tiefgarage des Deutschen Theaters als Bühne des Stücks soll die bedrückende Welt, in der Orwells Figuren leben für das Publikum sinnlich erfahrbar machen. Und das Publikum sollte sich auch an sommerlichen Abenden für die Aufführung in der Tiefgarage warm anziehen, rät das Theater.

Antje Thoms, Hausregisseurin am Deutschen Theater, inszeniert das düstere Stück im Bühnenbild von Florian Barth. Sie arbeitet dabei mit acht Schauspielern des Ensembles: Roman Majewski, Nikolaus Kühn, Dorothée Neff, Felicitas Madl, Paul Wenning, Lutz Gebhardt, Gaby Dey und Marco Matthes.

Diskussionsthema „Politischer Klimawandel“

Beim Festival „Rechts(D)ruck“- Drei Tage Antipopulismus im Hinblick auf die Bundestagswahl organisiert das Deutsche Theater von Freitag, 8. September, bis Sonntag, 10. September, zahlreiche Theateraufführungen, Zeitzeugengespräche, Stadtführungen und eine Podiumsdiskussion. Die Veranstaltungsreihe steht nach Angaben der Organisatoren vor dem Hintergrund der zunehmend lauter werdenden rechten Kräfte in Europa und den USA. Als Allheilmittel gegen die Unübersichtlichkeit der globalen Welt werde Nationalismus wieder salonfähig, und Populisten erklärten die vermeintliche Stimme des Volkes zur letztinstanzlichen Wahrheit.

Zum Thema „Politischer Klimawandel“ diskutieren am Sonnabend, 9. September, um 20.30 Uhr im Deutschen Theater auf dem Podium Prof. Heinrich Detering, Literaturwissenschaftler an der Universität Göttingen, Prof. Sascha Münnich, Institut für Soziologie der Universität Göttingen, Julia Friedrichs, Autorin von Wir Erben und Journalistin beim WDR und der Zeit, mit Moderator Jens Jessen von der Zeit.

Gespräche mit Zeitzeugen und Regisseuren

Stücke wie „Mein Kampf“, „Deine Helden – meine Träume“ und „Die Nutznießer – Arisierung in Göttingen“ sollen zum Nachdenken anregen und das Publikum aufrütteln. Beispielsweise ist „Zeit bezeugen – Kindheit in der NS-Zeit“ laut Veranstaltern eine szenische Collage darüber, wie die Kindheit in der NS-Zeit mitunter aussah. Schlaglichtartig werden Situationen gespielt, kommen Zeitzeugen zu Wort und tauchen Bilder aus vergangener Zeit auf.

Zudem soll es unter dem Stichwort „Begegnungen“ Stadtführungen, zahlreiche Nachgespräche mit Zeitzeugen und Regisseuren und einen Literarischen Hausbesuch zur Lektüre „Schule der Diktatoren“ geben. Die genauen Termine werden einige Tage zuvor auf der Internetseite des Deutschen Theaters Göttingen, dt-goettingen.de, bekannt gegeben. Dort gibt es auch das gesamte Festivalprogramm.

Vorstellungstermine

Die Premiere von „1984“ ist am Sonnabend, 19. August. Die Vorstellung beginnt um 20.30 Uhr in der Tiefgarage des Deutschen Theaters Göttingen, Theaterplatz 11. Weitere Spieltermine sind jeweils um 18.30 und 20.30 Uhr für den 23., 24., 25., 26., 30., und 31. August, sowie für den 1., 2., 6., und 10. September, angesetzt. Nach Angaben des Theaters sind für sämtliche Vorstellungen nur noch wenige Karten erhältlich.Weitere Informationen unter dt-goettingen.de und Telefon 0551/4969300.

Von Katrin Strassen

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