Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Deutsches Theater mit „Homo Empathicus“ in Mülheim

Fruchtbar Deutsches Theater mit „Homo Empathicus“ in Mülheim

Die Zusammenarbeit zwischen Erich Sidler, Regisseur und Intendanten des Deutschen Theaters (DT), und der Dramatikerin Rebekka Kricheldorf scheint eine sehr fruchtbare zu sein. Zum Start seiner ersten Spielzeit in Göttingen hat Kricheldorf als Auftragswerk „Homo Empathicus“ geschrieben, das Sidler mit seinem kompletten Ensemble auf die Bühne brachte. Jetzt wurde die Produktion zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

Voriger Artikel
Reifeprüfung im Literarischen Zentrum Göttingen
Nächster Artikel
Tusche-Zeichnungen von Miriam Hilker in Göttingen

Fremdkörper: der junge Mann (Emre Aksizoğlu, Mitte) ist betrunken, seine empathischen Mitmenschen können das nicht verstehen.

Quelle: Aurin

Göttingen/Mülheim. Am Mittwoch und Donnerstag, 27. und 28. Mai, steht das Werk auf dem Programm in der Stadthalle in Mülheim.

 

Ausgetragen wird dort ein Wettbewerb, der Mülheimer Dramatikerpreis. Bewertet werden jedes Jahr „sieben bis acht Stücke in der wirksamsten Aufführung – meist der Uraufführung“, teilen die Organisatoren mit. Die Konkurrenz ist 2015 wieder namhaft. Die ausgewählten Produktionen: das Burgtheater im Akademietheater Wien mit den beiden Produktionen „Die lächerliche Finsternis“ von Wolfram Lotz und „die unverheiratete“ von Ewald Palmetshofer, das Saarländische Staatstheater Saarbrücken mit „Wunsch und Wunder“ von Felicia Zeller, das Thalia Theater Hamburg mit „Die Schutzbefohlenen“ von Elfriede Jelinek, das Maxim Gorki Theater Berlin mit Common Ground von Yael Ronen und Ensemble sowie das Schauspiel Stuttgart mit „Furcht und Ekel“ von Dirk Laucke. Eine Jury entscheidet im Anschluss an die letzte Vorstellung am Donnerstag, 4. Juni, ab 21.30 Uhr in einer öffentlichen Debatte über den Sieger. Es ist dies allerdings nicht das erste Mal, dass das DT für ein Gastspiel bei den Mülheimer Theatertagen ausgewählt wurde. Bereits 1977, im ersten Jahr des Wettbewerbs, gelang dies dem damaligen Intendanten Günter Fleckenstein mit „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ von Peter Hacks. Schon 1980 fuhr Fleckenstein wieder nach Mülheim, diesmal mit „Juristen“ von Rolf Hochhuth.

 
Weitere bemerkenswerte Einladungen erhielt Mark Zurmühle, DT-Intendant von 1999 bis 2014. Mit „Iphigenie in Aulis“ von Euripides und Schiller war er 2003 zu Gast bei den Schillertagen am Nationaltheater Mannheim. Seine Inszenierung von Shakespeares „Der Sturm“ präsentierte Zurmühle 2006 im deutschsprachigen Theater in Bozen, einer der allerersten Theater-Adressen. 2012 folgte ihm dorthin der junge Regisseur Felix Rothenhäusler mit seiner DT-Produktion „Diebe“ von Dea Loher. Zwei schöne Anerkennungen erhielt Joachim von Burchard während seiner Zeit als Chef des DT-Kinder- und Jugendtheaters. 2014 wurde er mit „Die Verwandlung“ von Franz Kafka zum Norddeutschen Kinder- und Jugendtheaterfestival „Hart am Wind“ nach Bremen eingeladen, und seine Inszenierung des Stückes „Geheim“ von Theo Fransz stand 2014 auf dem Programm des Theaterfestivals zum Thema Demenz in Bremerhaven. Relativ frisch auch die Auszeichnung für den polnischen Regisseur Wojtek Klemm. Seine DT-Produktion „Am Schwarzen See“ von Dea Loher lief 2013 beim Heidelberger Stückemarkt.

 
Die Einladung an Sidler und Kricheldorf zu dem Wettbewerb nach Mülheim erging übrigens schon einmal. Im Jahr 2005 nahmen sie teil mit „Die Ballade vom Nadelbaumkiller“. Sidler hatte das Stück im Jahr davor am Staatstheater Stuttgart uraufgeführt, von den Kritikern gab es viel Lob. Eine fruchtbare Zusammenarbeit eben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff