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Deutschlandradio Kultur in Göttingen

„Man ahnt, worauf es hinausläuft“ Deutschlandradio Kultur in Göttingen

Seit mehr als 15 Jahren ist die Sendung „Deutschland-Rundfahrt“ von Deutschlandradio Kultur etabliert. Alle zwei Wochen macht sich das Team auf in eine deutsche Stadt, um von dort live zu senden. Jetzt hatte es sich Göttingen ausgesucht – bereits zum zweiten Mal, erläuterte Moderator Olaf Kosert. Gesendet wurde aus der Galerie Apex, die erstaunlich gut besucht war.

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Im Zwiegespräch: Moderator Ulf Damman (links) und Moderator Olaf Kosert. In Wartestellung: die Göttinger Band Front Porch Picking.

Quelle: Vetter

„Man ahnt, worauf es hinausläuft“ , sagte Kosert. Thema sei Wissenschaft, Forschung und Lehre. Warum sie denn Göttingen als Studienstadt ausgewählt habe?, wollte Kosert von der Chemiestudentin und AStA-Vorsitzenden Susanne Peter wissen. Die hatte eine verblüffend schlichte Antwort parat: „Die Stadt bietet alles, was ein Studierender braucht. Und: Er geht nicht verloren.“ Unipräsident Kurt von Figura schilderte die Probleme, die die Studienreform aufgeworfen habe. 150 Studiengänge seien auf Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt worden – und herkömmlich weitergeführt für die Altstudenten, die noch im Vorgängersystem angefangen hätten. Das große Ziel sei, die Wahlmöglichkeiten zu vergrößern, so von Figura. Die Studiengebühren von 500 Euro pro Semester schrecken Peter nicht: „Man muss das erstmal auftreiben. Aber die Uni gibt es sinnvoll aus“, so ihre Einschätzung.

Eva-Maria Neher, Leiterin des Schülerlabors Xlab, erläuterte, dass sie die in Deutschland einmalige Einrichtung als Reaktion auf gesunkene Studierendenzahlen vor zehn Jahren ins Leben gerufen habe. Franz-Josef Kaup, stellvertretender Direktor des Leibniz-Instituts für Primatenforschung, berichtete, dass Wissenschaftler gerne auf Tierversuche verzichten würden, das aber auf absehbare Zeit wohl nicht könnten. Literaturherbst-Chef Christoph Reisner erzählte, dass sein Festival wunderbar gelaufen sei. Und das kabarettistische Trio „Die Pawlowskis forte“ zeichnete ein düsteres Bild einer Göttinger Fußgängerzone voller Leerstände und artgerechte Seniorenhaltung.

Der für die Sendung zuständige Redakteur Ulf Damman erklärte schließlich im Gespräch nach der Sendung, dass ein solches Programm über Internet-Recherche zustande komme – und über Empfehlungen. So auch die Band Front Porch Picking, die mit entspannter Südstaatenmusik gemixt mit hawaiianischen Klängen deutlich zum Gelingen der Live-Sendung beitrugen – im Podcast der Sendung leider nicht zu hören, weil Deutschlandradio Kultur die Gema-Gebühren nicht zahlen will.
Ein historisches Hörfunk-Schmankerl hatten die Radiomacher schließlich noch aus ihren Archiven mitgebracht. Am 27. Juni 1970 trat Göttingen in der Quizsendung „Allein gegen alle“ an. Hans Rosenthal moderierte am Gänseliesel, gefragt waren „zwölf Lieder, die mit einer Frage anfangen“. Die Göttinger bewältigten diese Aufgabe singend, und Rosenthal rief: „Göttingen wird hiermit zur unschlagbaren Rätselstadt erklärt.“

Von Peter Krüger-Lenz

Die Sendung ist hier zu hören

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