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Deutschrocker Wolf Maahn mit Band in der Göttinger Musa

Alte Texte in neuen Farben Deutschrocker Wolf Maahn mit Band in der Göttinger Musa

In den 1980er-Jahren feierte er mit kleinen Hymnen wie „Fieber“, „Rosen im Asphalt“ oder „Direkt ins Blut" große Erfolge. „Irgendwo in Deutschland" war der stets kritische Geist Wolf Maahn immer präsent. Nun hat er sein neues Album „Sensible Daten" in der Musa vorgestellt.

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„Irgendwo in Deutschland" war der stets kritische Geist Wolf Maahn immer präsent. Nun hat er sein neues Album „Sensible Daten" in der Musa vorgestellt.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Mit einer Mischung aus eindringlichen Liebesliedern und klaren politischen Statements traf er die Sprache der damaligen Generation. Der Sänger und Gitarrist zählt zu den erfolgreichsten und kreativsten Persönlichkeiten des deutschen Rockbusiness. Er engagiert sich gesellschaftspolitisch für viele Projekte, komponierte Filmmusik und war als Produzent und Songschreiber für andere Künstler aktiv.

Ansatzlos rockt das Quintett mit dem „Montagssong“ los. Langjährige Mitstreiter begleiten Maahn. Volker Vaessen am Bass und Jan Wienstroer an den Drums bilden das rhythmische Fundament. Herrlich "altmodisch" setzen Roger Schaffrath an der E-Gitarre und Jürgen Dahmen an Keyboards und Perkussion in kleinen Soli immer wieder mitreißende Akzente. Hauptsächlich wird gradlinig gerockt, nur „Konkurrenztanz“ präsentiert sich im Reggaegewand. Und es macht Maahn auch Spaß „ganz leise und sanft zu sein“.

Mit den neuen Songs hat er zurückgefunden zu dieser Mischung aus sensiblen Liebesliedern und bissigen, teils ironischen Texten. So singt er im Titelsong des aktuellen Albums "...die digitale Technik wird langsam zu mächtig, deine Grundrechte lästig, aber dein Auto gelenkt, such mich nicht in euren Daten...". Musiker wie Maahn sind wichtig in der heutigen Musiklandschaft, die mehr und mehr von Belanglosigkeit durchwachsen ist. "Würdelos die Produktion, Schleuderware für Millionen, würdelos die Arbeit und der Lohn, die Gier sprengt jede Dimension...", heißt es in "Homo Sapiens".

Zwischen die neuen Songs streut er immer wieder Altbekanntes. Die meisten Besucher erweisen sich als textsicher. „Die alten Texte verändern ihre Farben“, gibt Maahn zu bedenken. Dokumentierte zu Beginn der Neunziger der Mauerfall den Wunsch nach Freiheit, ist es heute Europa für die vielen Flüchtenden.

Während musikalische Parallelgeister wie Grönemeyer und Westernhagen sich an die großen Arenen verkauft haben und dadurch unnahbar wurden, hat Maahn eher die Nähe des Publikums in den Clubs gesucht. Mit dem fulminanten „Rosen im Asphalt“ endet der reguläre Gig. Zu rhythmischem Klatschen stimmen die begeisterten Besucher lautstark den Refrain von „Direkt ins Blut“ an und werden mit mehreren Zugaben belohnt. Mit dem Aufruf „Vergesst nicht zu tanzen“ verabschiedet sich ein ganz Großer der deutschen Musikszene.

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