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Dichter aus der Region im Apex Göttingen

Kino im Kopf Dichter aus der Region im Apex Göttingen

„Ich lese Lyrik. Das spart Zeit“, sagte einst Marilyn Monroe. Denn hinter oft wenigen Zeilen verbirgt sich eine komplette Geschichte, die vom Leser entdeckt werden will. Unter das Motto „Gedichte von der Leine“ hat die Dichtergruppe „Lyrik 37“ ihren literarischen Salon am Donnerstag im Apex gestellt.

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Nikolaus Kahlen (vorne), Regina Hilsberg, Freimund Pankow, Gena Alcorta-Fleischmann, Michael Kleiner und Helena Ochsenreither (v. l.).

Quelle: SPF

Göttingen. „Beim Lesen von Lyrik entsteht ein viel komprimiertes Kopfkino“, eröffnet Nikolaus Kahlen den Abend. 25 Zuschauer sind gekommen, um den sechs Autoren aus der Region zu lauschen.

 
Zum Aufwärmen liest Kahlen ein „Vorwort zur Suppe“ aus dem Dr.-Oetker-Kochbuch von 1953. Der Appetit ist geweckt. So kann Sprache schmecken. Der erste Themenblock kreist um die Liebe. Und bevor es „bloß nichts über den Tod“ heißt, präsentieren die Autoren ihre Werke.

 
Enttäuschung, Sehnsucht, Eifersucht, Verlangen: Die Liebe hat viele Gesichter. Freimund Pankow, der sich auch der Weisheit des Lebens, Flüchtlingsschicksalen und der „lärmenden Stille“ widmet, wählt dafür einen ungestümen Moment. „Schön wird es noch zudem / hast Du erst einmal ein Kind / und wir wissen nicht von wem“. Eine Hommage an Günter Grass, ein Klanggedicht in lateinischer Sprache, Limericks und ein Gedicht mit „Kunstgriff“ hat Kahlen dabei.

 
In das „Savannenleben“ entführt Michael Kleiner, der auch dem Traumbild vom Glück im „Alltag“ begegnet und Robert Gernhardt seine Referenz erweist. Leisere Töne der aufblühenden Natur beschreibt er in „Aufbruch im April“. Ihre Übersetzungen lateinamerikanischer Dichter stellt Gena Alcorta-Fleischmann vor. Zu ihren eigenen Arbeiten gehören „Demenz Gespenst“ und „Flügge“, das sie einst für ihre Tochter schrieb.

 
Der Zeit und „Tangoklängen in der Nacht“ spürt Helena Ochsenreither nach. Eindrucksvoll – mit Windgeräuschen untermalt – trägt sie ihr Gedicht „Klabauterfrau“ vor.

 
Einen ganz eigenen Ansatz verfolgt Regina Hilsberg, die sich mit ihrer Motivsuche an Gemälde anlehnt. Wilhelm Leibls „Die Spinnerin“ hat sie inspiriert.

 
Komisches, Nachdenkliches, wohl Klingendes und Bilder, die vor dem inneren Auge dahinziehen. Der Lyrikabend bietet gelungene, niveauvolle und stilistische Vielfalt und endet mit viel Applaus.

 

Von Karola Hoffmann

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