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Die Feisten im Versuchslabor

Mit neuen Liedern und typischem Sound Die Feisten im Versuchslabor

Als „Ganz schön Feist“ wurden sie bekannt, begeisterten die Fans mit ihrem frechen Humor bis sich ihre Wege trennten und schließlich neu ordneten. Nun, unter dem neuem Namen „die Feisten“, kehrte am Sonnabend ein Teil der Göttinger Truppe in die alte Heimat zurück.

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Mathias Zeh (links) und Rainer Schacht kommen auch nur zu zweit und als „Die Feisten“ beim Göttinger Publikum gut an.

Quelle: Heller

Göttingen. „Versuchslabor“ nennen sie ihr Programm, benannt nach einem der Songs aus ihrem Programm. Gleichzeitig erweist sich der Titel für Mathias Zeh und Rainer Schacht als überaus passend, so können sie sich als Duo neu erproben, experimentieren und neue kuriose Geschichten erzählen.

Mit geballtem Charme, jeder Menge Wortwitz und dem so charakteristischen Klang ihrer Musik sorgen die beiden Musiker für ausgelassene, heitere Stimmung in der Stadthalle. Alte und neue Titel füllen den Abend. Fest verteilte Rollen gibt es nicht mehr. Beide singen, spielen Box oder Gitarre und wiegen sich in höchster Langsamkeit zu der Musik.

Zehs Stimme verleiht der Musik immer wieder den typischen alten „Ganz schön Feist“ Sound, aber auch Schacht kann mit seiner Stimme, die stets einen leichten ironischen Unterton hat, bestens umgehen.

Während einige der Titel überwiegend schlüpfriger Art sind und sich nicht allzu viel entwickeln, so gibt es doch auch wahre Glanzstücke im Programm. Herzerwärmend singen „die Feisten“ von dem verzweifelten Versuch, eine Frau kennenzulernen und finden am Ende auch die wahre Liebe – wenn auch anders als zu Beginn gedacht.

Je später der Abend, desto abstruser die Texte

„Paul und ich“ erzählt von einem Mann, der über seinen kleinen Welpen eine Partnerin finden wollte und in dem Hund letztlich einen Freund fürs Leben findet. Auch raffinierte Parodien auf bekannte Melodien bereichern das Programm. So wird aus „Griechischer Wein“ schnell mal „Kriech nicht da rein“, ein Song über das Einschleimen beim Chef am Arbeitsplatz. Nicht nur durch die mediterran klingende Musik selbst, auch mit wohlbedachten vorsichtigen Tanzbewegungen schlägt Zeh eine Brücke zwischen Griechenland und Großraumbüro.

Je später der Abend wird, desto abstruser werden die Texte. Das Programm endet in der geschlossenen Anstalt. Dem Wahnsinn nahe hält sich Zeh für die Reinkarnation von James Brown und gibt mit vollem Körpereinsatz und amerikanischem Akzent noch ein letztes Mal alles.

Natürlich lässt das Publikum das Duo nach so einem spektakulären Auftritt aber nicht einfach gehen. Drei Zugaben kann es den „Feisten“ noch entlocken. Das Ergebnis des Experiments im Versuchslabor kann lauten: „Die Feisten“ machen Ihrem Namen alle Ehre.

Von Tina Evers

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