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Weiche Stimme, freche Lieder

Die Feisten in der Göttinger Stadthalle Weiche Stimme, freche Lieder

Das Publikum begrüßt sie wie alte Freunde: „Die feisten“, Rainer und C, sind in der Göttinger Stadthalle mit kurzweiligen, hintersinnigem Liedern zu Gast gewesen. Mit Gesang, leichtem Witz und gelungener Parodie verwandelten die Musiker die Stadthalle in ein Wohnzimmer.

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Rainer und C haben sich in Göttingen kennen gelernt. 

Quelle: SPF

Göttingen. „Wir sind ja durchaus international erfolgreich. Vor allem in Deutschland“, findet Rainer. Vor allem in Göttingen, könnte man hinzufügen. Denn dort haben sich Rainer und C kennengelernt und machen jetzt schon seit fast 30 Jahren gemeinsam Musik. Mittlerweile wohnen sie nicht mehr in Holtensen, sondern in Kassel und Mannheim. Dort müsse er sich schon auf dem Bürgersteig unter sein Tour-Plakat stellen und draufzeigen, um erkannt zu werden, scherzt Rainer. Bei Cron&Lanz sei das an diesem Morgen nicht nötig gewesen: Dort wollte die Belegschaft ein Selfie mit ihm. 

Darin liegt auch der Grund für den „internationalen“ Erfolg in Göttingen: Die Feisten verstehen es eine Bindung zum Publikum aufzubauen. Genauso wichtig wie die deutschen, pointierten Liedtexte sind die Geschichten und Anekdoten, die zwischen den Songs erzählt werden. Ein Bühnenbild gibt es nicht, nur die beiden Männer, die sich die Bälle zuspielen und beim Erzählen und Singen gerne mit Gesten veranschaulichen. 

Rainer wechselt bei jedem Lied die Gitarre: Neben der normalen Akkustikgitarre hat er eine Ukulele und eine Mandoline im Gepäck. C singt mit weicher Stimme freche Lieder dazu. Dieses Mal haben sie zwei neue Lieder dabei. In „Tsunami der Liebe“ wird C von einer Stalkerin verfolgt, die Fische auf den Balkon legt und Kaugummi ins Schlüsselloch schmiert. „Wie gut wenn man einen Nachbarn aus der Ukraine hat“, ist die Moral von der Geschichte, die damit endet dass der Nachbar die liebeskranke Frau zurechtweist, nachdem sie fälschlicherweise sein Auto zerkratzt. „Flamingo Dolores“ ist das Lied, dass die Feisten gerne mit den Flippers geschrieben hätten. Die Melodie liefern die Flippers, die besungene Dolores, mit rosa Strumpfhose und Torfgeruch haben die Feisten dazu erfunden. 

Die Feisten und ihre Zuhörer kennen sich. Da verzeiht man C die paar liebevollen Sticheleien, wenn er nach einem Lied über Gammelfleischparties spottet: „Ich finde es gut, dass ihr über euch selbst lachen könnt.“ Aber so alt, dass es nur für eine „sitting ovation“ reicht, ist das Publikum dann doch nicht. 

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