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Rebellische Minions und mehr

Die Kinostarts ab Donnerstag, 5. Juli Rebellische Minions und mehr

Pubertierende Teenager als Eltern-Ärgernis, rebellische Minions und ein wahrlich wundervoller Garten: Das sind die Kinostarts der kommenden Woche.

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Quelle: dpa

Lieber Smartphone als Liebe

„Das Pubertier“

Von Claudia Palma

Die meisten Eltern trifft sie völlig unvorbereitet: die Pubertät. Gerade waren die Kleinen noch so lieb und niedlich. Und quasi über Nacht mutieren sie zum widerspenstigen Pubertier. Auch der Journalist Hannes Wenger (Jan Josef Liefers) kann nicht fassen, was aus seiner kleinen Prinzessin Carla (Harriet Herbig-Matten) geworden ist. Nicht nur die körperliche und psychische Veränderung nimmt er staunend und irritiert zur Kenntnis. Auch die Beziehung verändert sich von heute auf morgen. Er wird auf Distanz gehalten, kritisch beäugt, kommentiert und manchmal sogar bloßgestellt.

Hannes beschließt, sich eine Auszeit zu nehmen, um seiner Tochter in dieser schwierigen Lebensphase beizustehen und sie zu erziehen. Er hat hochtrabende Pläne, möchte mit Carla ins Ballett und in Sinfoniekonzerte gehen, sie in die Welt der Philosophen einführen und nebenbei noch einen Roman schreiben. Das interessiert Carla natürlich alles überhaupt nicht. Sie wünscht sich zum 14. Geburtstag ein Smartphone und möchte künftig ohne Diskussionen mit zerrissenen Netzstrümpfen aus dem Haus gehen. Ehefrau Sara (Heike Makatsch) hat für die Projekte ihres Mannes nur ein Lächeln übrig. Sie ist fein raus, steigt wieder voll ins Arbeitsleben ein und beobachtet mit vollem Vertrauen in ihre Tochter, wie sich die Lage zu Hause so entwickelt.

Basierend auf dem Bestseller „Das Pubertier“ von Jan Weiler, erzählt Regisseur Leander Haußmann aus der Sicht von Hannes von den Herausforderungen, die der Alltag mit einem Teenager bereithält. Zu Beginn ist das alles lustig. Mit Vergnügen schaut man Hannes zu, wie unangemessen er auf die Ablösungsbestrebungen seiner Tochter reagiert, wie gern er die Zeit zurückdrehen möchte.

Doch dann artet die Geschichte vom Vaterversagen in ziemlichen Klamauk aus. Hannes klettert an der Hauswand hoch, um einen Blick in Carlas Zimmer zu werfen. Schließlich findet eine Party statt. Doch was sieht er? Statt sich Alkohol, Drogen und Sex hinzugeben, sitzen die jungen Leute ganz harmlos im Kreise und starren auf ihre Handys. Hannes dagegen stürzt mit Getöse ab und die Peinlichkeiten nehmen ihren aberwitzigen Lauf.

Auch Hannes bester Freund Holger (Detlev Buck) ist völlig überfordert mit seinem pubertierenden Sohn. „Es ist das Grauen“, stöhnt er einmal verzweifelt. Aber fällt ihm, dem taffen Kriegsreporter, tatsächlich nichts anderes ein, als die SIM-Karte herunterzuschlucken, um den Sohn vom Handy fernzuhalten?

Haußmann reiht die Fettnäpfchen aneinander und übertreibt maßlos. Waren die Geschichten von Jan Weiler noch recht authentisch, schießt Haußmann über jedes Ziel hinaus. Es ist fraglich, wer sich beim Zusehen amüsieren soll. Dabei ist es Haußmann gelungen, einen tollen Cast um sich zu versammeln, dem man den Spaß und die Spielfreude bei den Dreharbeiten schon anmerkt. 

„Das Pubertier“, Regie: Leander Haußmann, 91 Minuten, FSK 6  Cinemaxx

Der doppelt gemoppelte Gru

„Ich – Einfach unverbesserlich 3“

Von Martin Schwickert

Animationsfilmhelden ändern sich: Mittlerweile arbeitet der frühere Schurke Gru mit seiner taffen Lebensgefährtin Lucy für die „Anti-Schurken-Liga“. Aber als dem Paar die Festnahme des gemeingefährlichen Verbrechers Balthasar Bratt  misslingt, werden sie von der neuen Chefin gefeuert.

Die gelben Lebendpillen Minions nutzen die Krise zur Revolte. Grus gesetzestreue Dasein missfällt ihnen schon lange. Sie wollen endlich wieder einem echten Bösewicht dienen, gehen in den Streik und fristen fortan im Film eine unterhaltsame Randexistenz. Gru hingegen plagen nicht nur berufliche Existenznöte. Die Drehbuchautoren dichten ihm noch einen Zwillingsbruder an.

Dieser Dru hofft, von den Schurkenerfahrungen des Bruders zu profitieren und will Gru für gemeinsame Verbrechensprojekte gewinnen. Auf den ersten Blick wirkt „Ich – einfach unverbesserlich“ in seiner Plot-Konstruktion hoffnungslos überladen, aber dem Regie-Trio Eric Guillon, Kyle Balda und Pierre Coffin gelingt es überraschend souverän, alle Bälle in der Luft zu halten.  
„Ich – Einfach unverbesserlich 3“, Regie: Eric Guillon, Kyle Balda, Pierre Coffin, 90 Minuten, FSK 0, Cinemaxx

"Der wunderbare Garten der Bella Brown"

Sie ist eine weitläufige Verwandte der französischen Filmheldin Amélie: die sonderliche junge Bella Brown, die in einem verwunschenen Häuschen inmitten von London lebt. Tagsüber arbeitet Bella in einer Bibliothek, abends kocht sie und träumt davon, ein Kinderbuch zu veröffentlichen. Als ihr ein grantiger Nachbar den Hausverwalter auf den Hals jagt, gerät ihr Leben durcheinander. Einen Monat hat sie, um ihren verwilderten Garten in Ordnung zu bringen. Aber Bella versteht so gar nichts von Pflanzen… Und so ist die Basis gelegt für einen sehr fluffigen, charmanten Sommerfilm mit Blumen in allen Farben.

"Der wunderbare Garten der Bella Brown", Regie und Buch: Simon Aboud, Länge: 92 Minuten, Lumiere

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