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Die Künstlerin Sigrid Nienstedt ist zurück in Krebeck

„Offene Ateliers“ Die Künstlerin Sigrid Nienstedt ist zurück in Krebeck

Sigrid Nienstedt kennt die großen Städte. In Braunschweig hat sie Kunst studiert, später lebte sie in Stuttgart, Essen, Köln, Florenz und Hamburg. Und vor einem Jahr ist sie zurückgekommen zu ihren Wurzeln. Die 50-Jährige wohnt und arbeitet in Krebeck, dem Ort, an dem sie aufgewachsen ist.

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Zurück zu den Wurzeln: Sigrid Nienstedt in ihrem Atelier, das früher Tanzsaal war.

Quelle: Hinzmann

Krebeck. Als Atelier hat sich Nienstedt den ehemaligen Tanzsaal der Dorfkneipe gemietet. Jetzt beteiligt sich die Künstlerin an der Aktion „Offene Ateliers“, die der Verein KulturRad organisiert. An den Wochenenden, 8. und 9. sowie 15. und 16. September, empfängt sie wie 57 weitere Künstler und Kunsthandwerker in der Region jeden, der Lust hat, in ihren Arbeitsräumen, die keine Verkaufsräume sind.

„Gasthaus Zur Erholung“ steht noch heute über dem Eingang der Gaststätte, nach hinten hinaus erstreckt sich der Saal. „Hier habe ich Karneval gefeiert, Nikolaus, Bälle und Partys“, sagt Nienstedt, die mit Abstand erfolgreichste Malerin in der Region ist. Seit drei Jahrzehnten vertritt sie der Göttinger Galerist Oliver Ahlers, weitere Galerien sind dazu gekommen – auch im Ausland.

Geräumig ist es in dem Saal, der auf der einen Seite von einer Bühne begrenzt wird, auf der anderen Seite von einem mehrstufigen Podest, auf dem sich früher der Gesangsverein aufstellte. Sie habe wenig verändert, sagt Nienstedt. „Der Saalcharakter, wie er die vergangenen 100 Jahre war“, sollte erhalten bleiben. An den Wänden stehen und hängen die für Nienstedt so typischen Bilder: Tiere voller Charakter, Landschaften voller Weite, beides „zwischen modern und althergebracht“, sagt die Künstlerin. Und: „Das Tradierte liegt mir.“ Neu ist, dass sie die Tiere in Bewegung zeigt, und „die Landschaften sind ruhiger geworden“. Zudem gingen sie in Richtung Großformat – „die wollen da wirklich hin“, erklärt die Malerin. Es ist also Bewegung drin in ihrer Entwicklung. „Klar, das hier ist kein Ort, an dem ich in künstlerische Rente gehen will“, sagt Nienstedt mit einem Lachen.

Noch hält sie in Hamburg, ihrer Station vor Krebeck, ein Wohnatelier. Ihr Plan habe vorgesehen, die Hälfte des Monats dort zu verbringen. „Das verschiebt sich zu Gunsten von Krebeck“, erläutert Nienstedt.

Auch in ihrem Elternhaus hat sie sich einen Platz zum Malen eingerichtet, doch inzwischen arbeitet sie auch an den kleinen Formaten in dem Saal. „Es ist schön, fürs Denken einen großen Raum zu haben“, sagt Nienstedt. Und hier hat sie eben auch vieles zusammengetragen, was früher an verschiedenen Orten verstreut war. Selbst Zeichnungen aus ihrer Kindheit, die sie dem auf elterlichen Dachboden entdeckte, haben jetzt ihren Platz in einigen Grafikschränken auf dem Sängerpodest.

Drei Malkurse für Erwachsene und Kinder aus der Region um Krebeck bietet sie monatlich in ihrem Atelier an, das Deutsche Theater Göttingen war mit einer Produktion bereits zu Gast und kommt auch wieder. Sie könne sich auch weitere Kulturveranstaltungen dort vorstellen, sagt Nienstedt – keinesfalls jedoch ihre Geburtstagsfeier. Das sei genau so wie bei Ausstellungseröffnungen: „Man steht im Mittelpunkt und wird seinen Freunden nicht gerecht.“

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Aktion im sechsten Jahr

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