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Die Leere des Raumes spiegeln

Tanz-Kultur-Woche Die Leere des Raumes spiegeln

Die restlos ausverkaufte Alte Fechthalle bietet viel Raum für die Entfaltung klanglicher und szenischer Experimente. Drums to dance, ein ineinander Schmelzen von Percussion und zeitgenössischem Tanz, stellte am Dienstagabend ein weiteres Glanzlicht der vierten Tanz-Kultur-Woche dar.

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Szenisches Experiment: Tänzer von „art la danse“ und Percussionist Pepper (hinten).

Quelle: Vetter

Die experimentelle Performance – ein dynamisches Wechselspiel von Bewegung, Rhythmus und Emotionen – setzt sich thematisch mit der inneren Zerrissenheit auseinander. Sie wurde gemeinsam von dem Göttinger Percussionisten Pepper und Tanzlehrerin und Choreographin Ulrike Grell inszeniert.
Das Stück Inneres Beben I-III begegnete dem Publikum stets wieder. Das zwölfköpfige Tanzensemble der Göttinger Ballettschule „art la danse“ stand dabei ganz in schwarz gekleidet im Halbkreis und stampfte River Dance ähnlich einen Rhythmus. Es klingt brutal, herb.

Plötzlich legt sich der erste Tänzer in die Mitte des Kreises, andere folgen und Pepper übernimmt das rhythmische pattern. Es ertönt ein gemeinsamer Schrei der Tänzer, langsam bewegen sich sie zurück auf ihre Ausgangspositionen und bilden einen Kreis. Es kehrt Ruhe ein, das Licht wird gedimmt und Pepper zieht, sein Trommeln langsam verhallen lassend, in das Innere des Kreises ein. Dem Beben der Seele begegnete man auch in Heiterkeit, Liebe, Freundschaft oder Einsamkeit, bei der die Veranstalterin der Tanz-Kultur-Woche, Judith Kara, selbst die Bühne betritt. Suchend blickt sie sich im Raum um, läuft von einer Ecke der Tanzfläche zur nächsten, doch blieit das Suchen ergebnislos. Sie ist alleine. Während sie nun in der Mitte der Tanzfläche steht, sich selbst umklammert, spiegelt sie mit eindrucksvoller Mimik und Gestik die Leere des Raumes.

Es mag sich die Frage stellen, was die Choreographin uns damit sagen will, diese existenziellen Grunderfahrungen auf die Bühne zu bringen: „Das Erleben von Höhen und Tiefen betrifft jeden“, antwortet sie. Dabei setzten gerade die kontrastierenden Momente von Percussion und Tanz einander kreative ebenso wie harmonische Impulse.

Von Rhea Maria Richter

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