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Die Rockformation Diskokugel im Göttinger Dots

Tanzbar und kritisch Die Rockformation Diskokugel im Göttinger Dots

Nicht gut besucht, dennoch gute Stimmung. Die Rockformation Diskokugel hat den Keller des Dots am Freitag mit einer Handvoll Zuhörer in eine Tanzfläche verwandelt. Die vier Musiker spielten tanzbaren Rock mit kritischen Texten und nahmen dabei nicht nur Radiomusik aufs Korn, sondern auch sich selbst.

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Quelle: CH

Göttingen. Gerade mal ein Dutzend Leute hat sich im Keller des Dots eingefunden. Magnus Schmerfeld (Gesang, E-Piano), Mathias Hill (Gesang, Bass), Matthias Müller (Schlagzeug) und Stefan Noll (Gitarre) nehmen es locker und trinken mit ihren Zuhörern noch ein Bier und erkundigen sich, wo die Leute herkommen. Dann geht es los und die vier Musiker beweisen, wie professionell man ein Hobby betreiben kann.

Die Rockformation bringt ihr Publikum zum Tanzen und nimmt sich dabei selbst nicht aus. Da bleibt kein Hemd trocken. Humorvoll kommentiert Hill die Songs oder das Bandleben. So bittet er das Publikum mit gespielter Weinerlichkeit: „Wenn Sie dies sehen, rufen Sie das Göttinger Tierheim an.“ Und Noll beruhigt ihn: „Wir können dich wieder an der Autobahn an der Leitplanke aussetzen, wenn Du möchtest.“

Erklärtes Feindbild der Indie-Band aus Schlüchtern bei Darmstadt ist Revolverheld. Bassist Hill beklagt: „Das sind so Leute, die sich ankumpeln mit den Zuhörern. Bands mit Befindlichkeitslyrik finden wir scheiße.“ Die Abrechnung mit dieser Art von Musik und den Radiosendern, die sie spielen, folgt mit „Ein Lied für Antenne“.

In ihren Liedern singt die Band aus Hessen auch gerne mal über tote Musiker wie in „Der Tag mit Sid Vicious“ oder über vermeintlich tote Musiker wie Paul McCartney im Lied „Abtei Straße“. Letzteres handelt von dem Gerücht, McCartney sei umgebracht worden und die Beatles hätten ihn durch einen Doppelgänger ersetzt, klärt Schmerfeld das Publikum auf.

Dieses Jahr feiert die Band ihr 20-jähriges Bestehen und kann dementsprechend auf ein großes Repertoire zurückgreifen. Ihr neues Album heißt „The Boy with the Zorn in His Side“, frei nach dem Lied der Smiths „The Boy with the Thorn in His Side“. So sind auch die Texte der Band: voller Referenzen und Anspielungen, etwas kryptisch, teils gesellschafts-, teils selbstkritisch.

Von Jorid Engler

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