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Die „Swing Club Cats“: Neues Projekt für Nawothnig und Kollegen

Bei Kultur im Kreis und beim Jazzfestival Die „Swing Club Cats“: Neues Projekt für Nawothnig und Kollegen

„Mit Swing bin ich zum Jazz gekommen und habe wegen dieser Musik beschlossen Jazzmusiker zu werden“, erzählt der Schlagzeuger und Vibrafonist Bernd Nawothnig. Der meist im Modern Jazz aktive Göttinger Musiker erfüllte sich jetzt seinen Jugendtraum: Mit den „Swing Club Cats“ gründete er sein eigenes Swing-Ensemble. Am Sonntag, 27. September 2015 tritt das Quartett im Rahmen von „Kultur im Kreis“ im Hof-Café Gieboldehausen auf. Zu erleben ist eine regionale Allstar-Besetzung.

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Neues Musikprojekt: Andreas Jaeger, Martin Tschoepe, Bernd Nawothnig und Wojtek Bolimowski (von links).

Quelle: Hinz

Göttingen. „Swing ist die Basis für alles im Jazz“, bringt es Geiger Wojtek Bolimowski auf den Punkt. Mit ihm ist jemand der in der Band, der noch mit berühmten Swing-Musikern gespielte hat. „Als 18-Jähriger spielte ich in Warschau mit der Ellington-Band und auf Sessions mit Ella Fitzgerald und Oscar Peterson – diese Musik hatte damals sehr viel Würde.“ Bernd Nawothnig hatte die Bigband-Legende Count Basie selbst noch in München im Konzert erlebt.

Der Bandgründer ist Sammler alter Schellack-Raritäten. „Es gab Titel, die ich immer mal selber spielen wollte.“ Neben dem Geiger Bolimowski holte er sich zwei weitere in der Region bekannte Musiker in die Band: Den Einbecker Gitarristen Andreas Jaeger und den vielbeschäftigten Göttinger Bassisten Martin Tschoepe. Alle Musiker sind in verschiedenen Musikstilen zu Hause.

Als „Kammer-Swing“ könnte man die Musik der Band bezeichnen: Bernd Nawothnig verzichtet in dieser Besetzung auf sein Schlagzeug und spielt Vibrafon. Durch diese besondere Instrumentierung wirkt die Musik leicht, filigran und nuancenreich. Der Anspruch des Quartetts ist dabei, dass der Ensemble-Sound sich authentisch an der Musik der Swing-Ära orientiert. „Man improvisiert anders als im modernen Jazz“, erklärt Andreas Jaeger. „In dieser Band spielen wir viel melodischer.“ Bei einigen Stücken greift Bernd Nawothnig zudem zum Gesangsmikrofon und singt Songs. „Früher haben auch Instrumentalisten immer mal wieder gesungen – ohne, dass sie typische Sänger waren.“

Vom Repertoire beschränken sich die Swing Club Cats auf die klassische Swing-Ära – also die Zeit von etwa 1930 bis in die vierziger Jahre. Sie spielen Kompositionen von Duke Ellington, George Gershwin, Benny Goodman, Lionel Hampton oder Stéphane Grappelli. „Wir vermeiden die allzu typischen Gassenhauer jeder Zeit“, so Bassist Martin Tschoepe. „Jedes Stück soll zudem etwas ganz Eigenes haben.“

Die Swing Club Cats blicken in die Zukunft: Eine CD haben die Musiker bereits eingespielt, die in Kürze veröffentlicht wird. Auf ihr ist noch ein besonderes Merkmal des Swing zu erleben: Die Stücke sind meist nicht länger als vier Minuten. Nawothnig schwärmt: „Im Swing verdichtet man die Essenz eines Titels auf ganz wenige Minuten – dadurch erhält die Musik der einzelnen Stücke ihren ganz besonderen Charakter.“

Die „Swing Club Cats“ (irrtümlich als „Swingcat-Gang“ angekündigt) gastieren am Sonntag, 27. September 2015 ab 17 Uhr im Hof-Café am Pfarrhof, Mittelstraße 3 in Gieboldehausen. Gast-Sängerin ist Hanna Carlson. Und die Band tritt beim Göttinger Jazz-Festival auf.

von Udo Hinz

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