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Die Voca People zu Gast in der Göttinger Stadthalle

Neugierige Außerirdische Die Voca People zu Gast in der Göttinger Stadthalle

Als 1977 die beiden Voyager-Raumsonden zu ihrem Weltraumflug starteten, gab das Forscherteam ihnen Datenplatten mit, auf denen unter anderem 90 Minuten Musik zu hören ist. Falls die Sonden jemals auf intelligentes Leben treffen sollten, sollen die Außerirdischen so einen Eindruck von den Menschen erhalten können.

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Irgendwie außerirdisch: das A-cappella-Ensemble Voca People auf der großen Bühne in der Göttinger Stadthalle.

Quelle: Vetter

Göttingen. Zu hören sind zum Beispiel Chuck Berry oder eine Arie von Mozart. Doch was, wenn die Außerirdischen schon da sind und sich selbst einen Eindruck von menschlicher Musik machen?

Diese Idee bildet die Grundlage der erfolgreichen A-cappella-Show der Band Voca People. Auf der Bühne der Stadthalle stehen fünf Sänger und drei Sängerinnen. In weiß gekleidet und mit weiß geschminkten Gesichtern, treten die israelischen Musiker als neugierige Außerirdische auf, die die Musik der Menschen nachsingen, mixen und erforschen.

Die Geschichte der Musik heißt der erste Themenblock, bei dem die Sänger kurze Musiksequenzen vom Großen Halleluja bis zu Cotton Eye Joe von den Rednex aneinanderreihen. Noch sind die Rollen klar verteilt. Wie üblich bei einem Konzert stehen die Künstler auf der Bühne und das Publikum schaut zu. Das wird schnell anders.

Die Voca People verlassen die Bühne und verteilen sich im Zuschauerraum. Das werden sie häufig an diesem Abend tun. Immer wieder wählen sie einzelne Zuschauer aus und spielen kleine Szenen. Etwa wenn ein Voca People die Hand auf den Kopf eines Zuschauers legt, um zu schauen, welche Musik darin steckt.

„Du findest einen anderen. Kennst du Facebook?“

Ein Hochzeitslied ist es bei einer Zuschauerin. Bei ihrem Partner wollen die Musiker allerdings nur das Wort Sex gefunden haben. „Du findest einen anderen. Kennst du Facebook?“, lautet der Tipp von einem Voca People.

Das Programm besteht neben vielen hervorragend gesungenen Musikschnipseln auch aus Theaterelementen und Comedy. So wird zur Filmmusik von Rocky ein Boxkampf aufgeführt oder die berühmte Filmszene am Bug der Titanic nachgespielt, als „My Heart will go one“ von Céline Dion gesungen wird.

Gesungen wird allerdings mit wenig Text. Zwei der Sänger unterstützen die Melodien mit Beatboxing und imitieren damit Perkussioninstrumente und das Scratchen von Platten. Das macht die Musik eingängig, so dass immer wieder auch im Publikum mitgesungen wird.

Am Schluss steht das Publikum minutenlang und fordert nachdrücklich eine Zugabe. Die folgt auf dem Fuße: ein Medley deutscher Musik. So geht der Abend mit „99 Luftballons“ und „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ zu Ende.

Von Daniela Lottmann

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