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Dieter Hallervorden präsentiert sein Jubiläumsprogramm „Stationen eines Komödianten“

Polit-Kabarett Dieter Hallervorden präsentiert sein Jubiläumsprogramm „Stationen eines Komödianten“

Jubiläumsprogramm: Dieter Hallervorden am vergangenen Sonntag, 29. März, im großen Saal des Deutschen Theaters.

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Lässt den Saal vor Lachen beben: Dieter Hallervorden gibt Autogramme im Foyer des Deutschen Theaters.

Quelle: Heller

Er empfängt gleich doppelt: Zwei Porträts rahmen die Bühne. Links der junge Hallervorden; ein dämliches Grinsen, der Hut biegt seine Ohren nach Außen. Rechts ein aktuelles Foto. Ohne Grinsen, aber mit lachenden Augen, die Mundwinkel wie kurz vor dem Zucken. Dann tritt der leibliche Hallervorden dazwischen: Mit seinem Programm zum 50-jährigen Bühnenjubiläum, das alle Facetten zwischen Klamauk und Kabarett berührt.

Dieses Zwischen-den-Stühlen-Sitzen spricht er sofort selbst an: Welche Erwartung haben die Leute? Nonstop Nonsens? Didi? Politisches Kabarett? Einen senilen, alten Mann? Hallervorden erfüllt sie alle, indem er seine Begrüßung viermal bringt. Ein paar Accessoires und abgewandelte Scherze zeigen seine Bandbreite und die der letzten fünf Jahrzehnte. Und, besonders wichtig: Er ist höllisch komisch.

Hilfe erhält Hallervorden von seinem langjährigen Bühnenpartner Harald Effenberg. Gemeinsam zeigen sie die unbequem respektlose Seite dieser Komikerkarriere, schlüpfen in Kardinalsgewänder und plaudern über die technische Entwicklung der Kirche. Rosenkränze, die elektronisch per Beicht-Laptop abbetbar sind, Instant-Hostien: „Neswein statt Messwein“. Die Demokratiebelehrung des Herrn Schmidt enthält vordergründig Tatsachen, hintergründiger Humor kommt durch Hallervordens grandios verunsicherten Kleinbürger ins Spiel. „Ich soll meine Stimme abgeben?“ „Nach vier Jahren bekommense sie wieder. Aber erstmal in die Urne damit!“ Der Saal bebt vor Lachen. 

Eine Flasche Pommes frites

Der Schwerpunkt liegt auf den anspruchsvolleren Sachen, doch auch die Nonsens-Seite wird nicht ausgespart. Der gespielte Witz darf nicht fehlen, auch einige andere „Nonstop Nonsens“-Perlen werden aufgewärmt. „Spaßvogel, was?“ „Sie können Spaßkondor zu mir sagen!“ Sogar die berühmte Flasche Pommes frites gibt es noch als Zugabe.

Doch egal ob Polit-Kabarett oder platter Dödel-Gag – Hallervorden bringt immer zum Lachen. Er weiß, dass er zwischen den Stühlen sitzt, und nutzt das als Chance, ein breit gefächertes Programm voller Selbstironie zu bringen. Der ausverkaufte Saal dankt es ihm mit Standing Ovations.

Das Gastspiel – eine Benefizveranstaltung im Rahmen der Aktion „Ich will“ – erbrachte Spenden in Höhe von knapp 8500 Euro, die dem „Jungen Schauspiel“ zugute kommen. Dieser Betrag wird vom Land Niedersachsen verdoppelt. 

                                                                                                                        Von Helge Dickau

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