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„Dransfeld ist das Sahnehäubchen für mich“

Interview: Django Asül kommt nach Südniedersachsen „Dransfeld ist das Sahnehäubchen für mich“

Der niederbayerische Kabarettist Django Asül tritt am 11. August mit seinem Programm „Letzte Patrone“ in der Stadthalle Dransfeld auf. Im Tageblatt-Interview spricht er über Trump, Dobrindt - und den Auftrittsort.

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"Letzte Patrone": Django Asül kommt nach Dransfeld.

Quelle: R

Was verbinden Sie mit Dransfeld?

Dransfeld ist ja seit Abiturzeiten ein Ort der Sehnsucht gewesen. In der Oberstufe galt die letzte Frage im Test Dransfeld. Bereits Otto I., der ja später den Otto-Motor erfunden hat, war von Dransfeld angetan. Ich selbst bin ja schon öfter im Deutschen Theater in Göttingen aufgetreten, und Dransfeld ist jetzt so gesehen das Sahnehäubchen für mich. Seit 20 Jahren bin ich nun unterwegs, und da ist Dransfeld natürlich auch so etwas wie ein logischer Zielpunkt meiner Reise. Ich würde es so zusammenfassen: Dransfeld – besser geht’s nicht!

 

Bei Zielpunkt ist man ziemlich schnell bei ihrem Programm, das heißt nämlich „Letzte Patrone“. Was hat es damit auf sich?

Ich will nur so viel verraten: Auslöser war ein Zeitungsartikel. Ich habe gelernt, dass das deutsche Volk pro Jahr einige Tage älter wird, und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich in dieser Zeit sogar ein ganzes Jahr älter werde. Lassen Sie mich es so sagen: Man hat immer noch einen Schuss frei im Leben und die Möglichkeit, etwas Vernünftiges anzustellen. Aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden, denn ich lebe ja im schönen Niederbayern.

 

Sie sind 2004 vom damaligen bayerischen Staatsminister Erwin Huber zum „Botschafter von Niederbayern“ berufen worden. Stimmt das?

Ja, das stimmt, und das ist sogar eine offizielle Bezeichnung. Das ist für mich natürlich eine Auszeichnung und Anerkennung als Lokalpatriot. Und es war auch ein Geschenk, hier aufzuwachsen. Wer sich in Niederbayern nicht wohl fühlt, dem ist nicht mehr zu helfen. Es sei denn, er lebt im mondänen Dransfeld.

 

Niederbayern ist vielleicht sogar besser als Amerika. Womit wir beim Thema wären: Was sagen Sie Leuten, die eine letzte Patrone gern Donald Trump widmen würden?

Denen sage ich, dass ein lebender Trump als ein großer Comedien doch ein viel größerer Gewinn ist als ein toter.

 

Er macht Ihnen als Humorist Konkurrenz und verdient viel mehr als Sie. Ärgert Sie das?

Nein, ich wünschte, dass alle Leute auf dem Planeten mehr verdienen als ich, weil ich mich darüber eher nicht definiere.

 

Der Planet ist mal wieder im Krisenmodus. Was gibt der Menschheit Hoffnung?

Hoffnung macht mir, dass die Politik als Unterhaltungsfaktor immer besser wird. Eine Merkel befindet sich im Dauerurlaub, und ein Schulz dreht sich einmal pro Woche thematisch und argumentativ um sich selbst.

 

Mal eine Entweder-Oder-Frage: Wer ist schlimmer, Martin Schulz oder Alexander Dobrindt?

Schlimm ist jetzt generell keine Kategorie für Politiker. Ich würde dafür plädieren, dass Alexander Dobrindt möglichst lange an verantwortungsvoller Stelle wirkt, weil man ja nicht vergessen darf, dass er seine politische Karriere als dreimaliger Schützenmeister von Peißenberg begonnen hat, was für einen Oberbayern die höchste intellektuelle Weihe darstellt. Athletisch toppt er Martin Schulz also auf alle Fälle. Schulz ist allerdings ein Mann des Volkes, näher am Arbeiter kann man ja eigentlich nicht dran sein. 

 

Dafür hat Dobrindt die schöneren Anzüge...

Wenn es danach geht und Sigmar Gabriel auch zukünftig zehn Kilogramm pro Woche abnimmt, läuft es eher auf ein Laufstegduell zwischen Gabriel und Dobrindt hinaus.

 

Wann war der bis dato letzte Auftritt in Göttingen?

Das muss zwei bis drei Jahre her sein. Ich habe es immer als Privileg empfunden, im Deutschen Theater aufzutreten, ich hatte dort wunderbare Gastspiele. Wenn ich an Göttingen denke, verfalle ich schnell in Euphorie, denn die Stadt ist für mich äußerst positiv besetzt. Man darf ja nicht vergessen, dass die Göttinger Sieben die Vorläufer der Glorreichen Sieben waren und dass die Stadt mit Jürgen Trittin einen ganz großen Sympathieträger hat. Ein Mann wie Hansi Hinterseer, nur ohne Musik.

 

Zum Schluss: Der Dieselskandal ist momentan in aller Munde. Plädieren Sie dafür, das gleichnamige Getränk, den Mix aus Bier und Cola, umzubenennen?

Nein, im Gegenteil: Ich finde, wir sollten uns zum Diesel bekennen. Selbst ein Grüner wie Winfried Kretschmann tut das. Die Parole muss lauten: Jetzt erst recht! Wünschenswert wäre ein Notfallprogramm, an dessen Beginn noch viel mehr Getränke in Diesel umbenannt werden sollten. 

factbox

Django Asül tritt mit seinem Programm „Letzte Patrone“ am Freitag, 11. August, um 20 Uhr in der Stadthalle Dransfeld auf. Die Vorstellung markiert den Auftakt des Festivals „Kultur im Kreis“, Veranstalter ist der Verein Dransfelder Kulturlandschaft (DraKula). Tickets gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen Göttingen, Weender Straße 44, und Duderstadt, Marktstraße 9.

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