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Doll will großes Theater mit kleinem Budget

Gandersheimer Domfestspiele Doll will großes Theater mit kleinem Budget

Die Umstellung sei nicht einfach gewesen, sagt Christian Doll. Der Intendant der Gandersheimer Domfestspiele ist mit Familie von Köln nach Göttingen gezogen. An einer großen Straße „mitten im Leben“ habe er gewohnt. Sein neues Zuhause liegt im Ostviertel. Heute sagt er: „Die Ruhe tut gut, auch unseren beiden Kindern.“

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Intendant der auch inszeniert: Christian Doll.

Quelle: Wenzel

Früher habe er mit Freilichttheater nicht viel anfangen können, erklärt Doll. Dann habe er es ausprobiert und gefallen daran gefunden. Das Festspielpublikum sei in der Regel nicht so theatererfahren. Also stellt sich die Frage: „Wie erzählt man leichter und trotzdem klug?“ Das Nachdenken über den Stoff bleibe jedoch gleich.

Mit einem kleinen Budget sind die Festspiele ausgestattet, das mache es „anstrengend für den Intendanten, damit anspruchsvolles Theater auf die Bühne zu bringen“. Die Finanzierung „ist auf Kante genäht“.

Für die Festspiele 2016 vom 27. Mai bis zum 24. Juli hat Doll vier neue Stücke ausgesucht: „Die drei Musketiere“, „Der Kirschgarten“, „Highway to Hellas“ und „Michel aus Lönneberga“. „Es hat mich interessiert, ein Mantel- und Degenstück vor der Stiftskirche zu machen“, erklärt Doll. Auch die Geschichte des jungen D’Artagnan, der „so stark sein wollte wie der Papa“, habe ihn angerührt, sagt der Intendant, selbst Vater von zwei kleinen Söhnen. Diese Produktion werde „für uns ein großes Ding“, erläutert Doll mit Blick auf 19 Schauspieler und viele Hauptrollen.

„Highway to Hellas“ wird eine Uraufführung, „ein leichtes Sommermusical“. Doll entwickelt das Stück gemeinsam mit dem Komponisten Heiko Lippmann, musikalischer Leiter der Festspiele, und den Autoren Arnd Schimkat und Moses Wolff, die den zugrunde liegenden Roman geschrieben wie auch das Drehbuch zur gleichnamigen Verfilmung haben. Als „echt lustig“ beschreibt Doll die beiden. „Es macht großen Spaß, sich zu begegnen.“

Als Tschechow-Fan habe er  den „Kirschgarten“ schon in seiner ersten Spielzeit auf die Bühne bringen wollen, sagt Doll. Tschechow sei ein Autor für Spieler, das Stück „klug, komisch und mit den Menschen im Vordergrund“. Die Figuren müssten etwas aufgeben, weil ihr Leben so nicht weiterzuführen sei. Parallelen sieht er zu Bad Gandersheim, das in einer strukturschwachen Gegend liege. Doll wird das Stück inszenieren. „Auf diese Arbeit freue ich mich total“, sagt er. Und: Im Ensemble seien „viele Schauspieler, mit denen ich das gerne machen möchte.“

An dem Familienstück „Michel aus Lönneberga“ schätzt Doll „die kindliche Narrenfigur“. Und er ergänzt: „Toll ist der Blick, den Astrid Lindgren auf Kinder hat.“

Er habe sich vorgenommen, neben seiner Intendantentätigkeit einmal pro Jahr auch an einem anderen Theater zu inszenieren, erklärt Doll. Vielleicht auch am Deutschen Theater Göttingen? „Ich hätte schon Lust“, sagt Doll. Sein Lieblingstheaterhaus seien die Kammerspiele in München, die Stadt, in der er Schauspiel studierte. Das Haus am Wall allerdings komme ganz nah dran.

► Kartentelefon: 0 53 82 / 737 77.

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