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Don Winslow stellt sein neues Buch im Alten Rathaus Göttingen vor

Einsamer Kämpfer Don Winslow stellt sein neues Buch im Alten Rathaus Göttingen vor

Der Schreck über „Vergeltung“ ist kaum überwunden, da steht der nächste Winslow im Regal. „Missing. New York“ ist wieder der klassische Ermittler-Thriller, mit dem der US-Amerikaner Don Winslow einst begann, und zudem der Auftakt einer neuen Roman-Serie des Bestsellerautors. Ein Provinzcop schmeißt darin seinen Job hin, um allein und auf eigene Rechnung nach einer vermissten Siebenjährigen zu suchen, die die Polizei längst aufgegeben hat.

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Don Winslow

Quelle: dpa

München/Göttingen. Bekannt ist Winslow in Deutschland spätestens seit der Verfilmung von „Savages“, seiner Geschichte über eine fröhliche kalifornische Drogenhändler-Clique, die in einen Kampf mit einem mexikanischen Kartell verstrickt wird.

Zuvor war schon „Tage der Toten“ mit einer faszinierend vielschichtigen und mitreißenden, wenngleich ebenfalls ultrabrutalen Story zum Bestseller avanciert.

Erst im Frühjahr erschien dann „Vergeltung“ in Deutschland, ein Rache-Thriller, der sich als eine Art Waffenkatalog mit Rahmenhandlung entpuppte, in dem Winslow die Vor- und Nachteile von Präzisionsgewehren und Granatwerfern im Einsatz gegen böse Terroristen abhandelt.

Nun schickt Winslow Frank Decker in den Einsatz, ebenfalls wortkarg und wenig zimperlich, aber vergleichsweise leicht bewaffnet. In Lincoln, US-Bundesstaat Nebraska, ist die siebenjährige Hailey verschwunden, und Cop Decker ermittelt, bis es nichts mehr zu ermitteln gibt.

Als ein zweites verschwundenes Mädchen tot aufgefunden und der Mörder gefasst wird, glauben alle, dass auch Hailey nicht mehr lebt. Alle bis auf Decker. Der kündigt, packt seine Sachen und folgt Haileys Spur quer durch die USA – bis zum Showdown in New York.

Einsamer Kämpfer ermittelt auf eigene Faust, setzt dabei seine Ehe in den Sand, bricht die Regeln, um die Schwachen zu beschützen und die Bösen und Korrupten zu bestrafen. Sonderlich originell ist das nicht. Winslow lässt diesmal die Politik und das große Ganze außen vor, verzichtet auf übermäßige Brutalität und hält sich konsequent ans Schema F des Genres – inklusive falscher Fährte, überraschender Wendung am Ende und einiger Logik-Lücken.

Trotzdem fesselt „Missing. New York“ von Anfang bis Ende mit hohem Tempo und solider Action.

Don Winslow: Missing. New York.  Droemer-Verlag, 395 Seiten, 14,99 Euro.
Der Autor stellt sein Buch am Sonntag, 9. November, um 20 Uhr als Veranstaltung des Literarischen Zentrums im Alten Rathaus,Markt 9 in Göttingen, vor.

Von Nico Esch

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