Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Doppelausstellung in der Alten Feuerwache

Göttingen Doppelausstellung in der Alten Feuerwache

„schön!“ ist der Titel einer Doppelausstellung, die in einer Retrospektive Gold- und Silberschmiedearbeiten von Herbert Fischer sowie Fotografien von Jürgen Sieker präsentiert. Die Schau ist am Sonnabend  mit einer Tanzperformance in der Alten Feuerwache in Göttingen eröffnet worden.

Voriger Artikel
Klub-Kultura in neun Klubs in Göttingen
Nächster Artikel
Zwei Autoren ausgezeichnet

Mit einer Tanzperformance der Ballettschule Art la Danse eröffnet: Die Tänzerinnen tragen von Herbert Fischer entworfene und angefertigte Schmuckstücke.

Quelle: Heller

Göttingen. Gleich vier Künste auf einmal vereint die Eröffnung der Doppelausstellung in der Alten Feuerwache. Und rund 200 Besucher strömen in die Alte Feuerwache, um die außergewöhnliche Präsentation mitzuerleben: Tanz und Musik lassen die Gold- und Silberschmiedearbeiten von Herbert Fischer, die in der Zeit von 1970 bis 2016 entstanden, lebendig werden. Die Werke von Jürgen Sieker unter dem Titel „Fotografie im Dialog mit Tanz, Skulptur und Haute Couture“ schaffen dazu den korrespondierenden Rahmen.

Die Kombination ist trefflich. Marie Theres Zechiel und Ufuoma Essi sowie Schülerinnen der Ballettschule art la danse präsentieren in einer Tanzperformance unter der Leitung von Judith Kara die ausgestellten Schmuckstücke. Begleitet und in ihrer Wirkung unterstrichen von französischer Klaviermusik von Komponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er-Jahre und mit viel Gefühl und Ausdruck von Barbara und Michael Schäfer vorgetragen.

Die ideenreiche Tanzchoreografie lässt die Koordinaten zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Anmutig und dynamisch, mal verspielt den Raum nutzend, dann wieder pathetisch und immer ästhetisch präsentieren die Tänzerinnen die Schmuckstücke, die sie ganz natürlich und organisch in die Choreografie einfügen. Dem überfüllten Raum und der Sicht am jeweiligen Steh- oder Sitzplatz geschuldet, können nicht alle Besucher alle Beiträge der Performance gleichermaßen sehen. Aber die ausgestellten Schmuckstücke sind anschließend in den Vitrinen zu betrachten.

Einen Überblick über das mehr als fünf Jahrzehnte dauernde Wirken des gebürtigen Göttinger Gold- und Silberschmiedemeisters Herbert Fischer, der seine Galerie und Werkstatt 1970 gegenüber der St. Jacobikirche eröffnete, gibt Dr. Christianne Weber-Stöber. Wobei die Leiterin des Deutschen Goldschmiedehauses in Hanau Fischers handwerkliche und künstlerische Entwicklung skizziert. Seine Gestaltungsansätze reichten vom geometrischen Formenrepertoire der 60er-Jahre bis aktuell hin zu archaisch anmutenden, kräftig ausgeformten Zweifingerringen.

„Die Fotografie war für mich ein Weg, die Welt zu entdecken“, verrät Jürgen Sieker, der in den 70er-Jahren in Göttingen Geschichte und Germanistik studierte, im Gespräch mit Moderator Jens Wortmann. Ein Bild sei für ihn „etwas, was in den Raum hinein wirkt“ und er selbst verstehe sich als „bildhaften, bildermachenden“ Fotografen. Seine ausgestellten Bilder zeigen Bewegungsstudien von nackten Tänzern und die Schwarz-Weiß-Aufnahmen erinnern stark an Skulpturen. Spannungsvoll in Szene gesetzte Aktfotografien und farbfunkelnde Modeaufnahmen aus einer großen Paris-Serie komplettieren die Auswahl. Nacktheit sei sehr typisch für seine fotografische Arbeit, erläutert Sieker. „Weil ich alles Unwesentliche weglasse.“

Die Ausstellung „schön!“ wird bis 28. April in der Alten Feuerwache in Göttingen, Ritterplan 4, gezeigt. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 13 Uhr.

Von Karola Hoffmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff