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Dota & Band im Kulturzentrum Musa

Lieder als Spiegel der Zeit Dota & Band im Kulturzentrum Musa

Göttingen scheint ein fester Spielort auf ihrem Tourplan zu sein. Als Kleingeldprinzessin hat sie solo auf dem AntiFee Festival oder im Café Kreuzberg gespielt. Mit ihrer Band, den Stadtpiraten, war Dota am Sonnabend zum wiederholten Male in der Musa zu Gast.

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Quelle: PH

Göttingen . Am Vortag ist ihr neues Album „Keine Gefahr“ erschienen, das sie nun auf einer ausgiebigen Tour mit ihrer Band bestehend aus Jan Rohrbach, Gitarre, Jonas Hauer, Keyboards und Janis Görlich, Schlagzeug präsentiert. Göttingen ist nach dem Record-Release-Konzert vor 1700 Besuchern in Berlin die erste Station.

Auf dem neuen Album haben sie mit neuen Sounds experimentiert. Diese zeitgemäße Auffrischung tut der musikalischen Begleitung auch im Konzert hörbar gut. Viele Stücke sind nach Dotas Aussage „sehr am Puls der Zeit und aus dieser Zeit gemacht“. Die Texte sind gewohnt humorvoll, kritisch, poetisch, tiefgehend und teils auch mit raffinierten Wortspielen gespickt. Dem Begriff „Grenzen“ in dem gleichnamigen Stück wird eine vielschichtige Bedeutung beigemessen. „Warum schützt man die Grenzen der Staaten so gut und die Grenzen der Menschen so schlecht?“ fragt die Berliner Sängerin, um im weiteren Verlauf zu singen: „Nicht aus Stacheldraht sollen sie sein, sondern aus Respekt. Es gibt Grenzen.“ Das geschieht nicht mit erhobenem Zeigefinger und die Musiker begleiten das Stück mit locker beschwingten Rhythmen.

Es gibt viel vom neuen Album zu hören, aber auch Gewohntes. „Rennrad“ ist der Eisbrecher und erstmals erschallt der Refrain stimmgewaltig aus dem Publikum. Mit „Weit, weit, weit“ nehmen sie das Tempo raus und schaffen eine auch vom Licht unterstützte stimmungsvolle Atmosphäre. Wunderbar differenziert instrumentiert kommt auch „Floß“ daher. Überhaupt finden sie eine gute Balance zwischen ruhigen Stücken und Abgehnummern zum Mitsingen und Springen wie „Vergiftet“ oder „Das Wesen der Glut“. In „Spiegel der Zeit“ singt Dota zum Ende des Konzerts „Man braucht keine neuen Lieder mehr, es gibt genug für die Ewigkeit. Nur dieses eine noch als Spiegel der Zeit.“ Gut, dass es Künstler wie Dota gibt.

Zahlreiche Zugaben beginnen für die begeisterten Besucher mit einem eindringlichen Abschiedslied. Dota gibt nur zur Gitarre David Bowie mit seinem Major Tom aus „Space Oddity“ ihre Referenz. Und weil sie in den letzten Tagen sehr oft daran denken musste, folgt noch ein gerade in diesen Zeiten brandaktuelles Cover mit Rio Reisers „Der Krieg“. Große Emotionen nach einem wunderbaren Konzertabend!

Von Jörg Linnhoff

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