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Dota Kehr und Uta Köbernick in Göttinger Musa

„Als gäb’s kein Morgen“ Dota Kehr und Uta Köbernick in Göttinger Musa

Dota Kehr lebt in Berlin und ist regelmäßiger Gast in Göttingen. Sie gab Solo-Konzerte im damals völlig überfüllten Café Kreuzberg, als „Kleingeldprinzessin“ auf dem Antifee-Festival oder mit ihrer Band den „Stadtpiraten“ in der Musa. Dort trat sie auch jetzt gemeinsam mit der in Zürich lebenden Liedermacherin, Kabarettistin und Schauspielerin Uta Köbernick auf.

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Gemeinsam: Dota Kehr am Mikrophon, Uta Köbernick wartet auf ihren Auftritt.

Quelle: Heller

Göttingen. Beide Musikerinnen verbindet ihre Liebe zur deutschen Sprache und dem Klang von Wörtern.

Dies spiegelt sich in ihren Texten mit feinem Wortwitz und charmant erzählten Alltagsbeobachtungen wider. Beide haben den Deutschen Kleinkunstpreis erhalten. Kennengelernt haben sie sich auf einem Seminar für poetisches Texten. Seit 2008 machen sie regelmäßig gemeinsam eine kleine Tour.

Köbernicks Texte bewegen sich zwischen Poesie und Realität. Sie sind politisch, tiefgründig und immer auch humorvoll. Momentaufnahmen mit selbstironischem Tiefgang über das Scheitern und die daraus resultierende Zuversicht.

Vorwiegend dem Wort gewidmet

Vom Scheitern handelt gleich ihr erstes Lied „denn dann hat man es hinter sich“.

Die Künstlerinnen stehen gemeinsam auf der Bühne und tragen im Wechsel jeweils mehrere Stücke vor. Beide Musikerinnen begleiten sich dabei auf der Gitarre. Musik spielt jedoch bei ihrem Auftritt eher eine Nebenrolle. Der Abend ist vorwiegend dem Wort gewidmet.

Immer wieder streut Köbernick kleine Weisheiten wie „es ist ein großes Vergehen, sprach die Zeit“ oder längere humoristische Wortspielereien in Reimform ein. Lied und Kabarett vermischen sich in ihren Vorträgen.

Mit „Schatten“, einem Text von Köbernick, beginnt Kehr den Abend. Ihren zweiten Beitrag „Bis auf den Grund“ widmet sie „allen, nur nicht den Verliebten“. Eines ihrer Stücke „kann eine Jahreszeit herstellen“. Auf „Sommer“ folgt passend ein Herbstlied. Köbernick ergänzt das Thema Jahreszeiten mit dem „Frühlingslied oder Punk für zwischendurch“.

Mit Kehrs Querflöten- und Köbernicks Violinspiel werden hin und wieder kleine musikalische Akzente gesetzt. Es bleibt Raum für Spontaneität und Improvisation. Beim Lied über den „unerwarteten Besuch einer Fee“ hält Kehr am Ende noch einen zweiten alternativen Schluss bereit. Zu „Kein Morgen“ wird das Publikum in der ausverkauften Musa zum Mitsingen aufgefordert.

Wenn es gelingt, winkt „eine Mitfahrt im Tourbus“. Dem Publikum gefällt es hörbar. Umgehend folgt der humorvolle Einwurf von Kehr „Die Stimmung ist gut, was können wir dagegen tun?“. Zum Ende des Konzerts singen beide Künstlerinnen im Duett und Köbernick glänzt mit einem stimmungsvollen Violinpart. Am Ende gibt es lang anhaltenden Beifall für einen außergewöhnlichen Abend.

Von Jörg Linnhoff

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