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Dota mit Band in der Göttinger Musa

Mit Pauken und Trompeten Dota mit Band in der Göttinger Musa

Mit feinem Gefühl für Sprache und Wortwitz serviert Dota Kehr Alltags- und Liebesgeschichten, aber auch dezent verpackte Gesellschaftskritik. In der Göttinger Musa haben sie neben ihrer Stammband zusätzlich eine Perkussionistin und eine dreiköpfige Bläsersektion begleitet.

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Frei und unabhängig: Die Singer/Songwriterin Dota Kehr.

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Auf dem Fundament absoluter Unabhängigkeit und Selbstbestimmung hat Kehr in vielen Alben und Konzerten ihre künstlerische Freiheit mit klugen wort- und sprachverliebten deutschen Texten gelebt. Ihre mit klarer Stimme vorgetragenen Lieder hat sie stets auch in fein abgestimmte, stilistisch vielfältige Musik verpackt.

So prägen südamerikanisches Flair, Reggae, Folk, Rock wie auch dezente Jazzeinflüsse ihre Kompositionen. Auf ihrem aktuellen Album „Keine Gefahr“ sind auch vermehrt elektronische Sounds dazu gekommen. War es bei ihrer letzten Tour noch ein Streich­ensemble, so begleitet sie nun neben ihrer vertrauten Band mit dem Gitarristen Jan Rohrbach, dem Drummer Janis Görlich und dem Keyboarder Jonas Hauer zusätzlich die Perkussionistin und Vibraphonistin Maria Schneider und ein Bläsertrio mit Christian Magnuson, Trompete, Jörg Bücheler, Posaune und Fox an der Klarinette.

Mit „Trägst du mich“ und „Monster“ vom aktuellen Album „Keine Gefahr“ beginnen sie ihren Auftritt beschaulich. Es holpert noch ein wenig zum Tour-Start. Einsätze müssen immer mal wieder abgestimmt werden und Textzeilen ins Gedächtnis zurück finden. Neue Saiten wollen gestimmt und neue Arrangements eingespielt werden.

Sie habe viele ruhige Songs komponiert, erzählt Kehr, die sie aber nicht alle im Konzert spielen könne, da die Besucher sonst sauer würden. Und deshalb habe sie auch beängstigende Lieder geschrieben. In „Zimmer“ kreist eine Fliege wie ein Propellerflugzeug durch den dunklen Raum und erscheint, dicht am Ohr auf dem Kissen landend, wie ein rabengroßes Tier. Wunderbar knackig kommt der Rhythmus zu „Mantel“ und das „Rennrad“ rumpelt schön mitreißend vor sich hin.

Die Bläser setzen mal verspielte, mal sehr druckvolle Akzente. Zu „Bis auf den Grund“ lässt sich Kehr nur von Schneiders Vibraphon-Künsten und den dezenten Trompetenklängen Magnusons begleiten. Und zu einem „Jazz mit Bummelzugexplosion“, wie Kehr es nennt, lassen die Musiker dann ganz ohne ihr Zutun die Zügel los.

Das ihr seit vielen Jahren treue, begeisterte Publikum kommt „Mit Pauken und Trompeten“ auf seine Kosten. Zu Bekanntem wie „Das Wesen der Glut“, „Überall Konfetti“ oder dem schwungvollen „Utopie“ zum stimmungsvollen Ende wird ausgelassen getanzt.

Von Jörg Linnhoff

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