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Drei Tage Festival im Lumière in Göttingen

Beatrice Richter in der Jury Drei Tage Festival im Lumière in Göttingen

Die Schauspielerin Beatrice Richter hat die Jurypräsidentschaft für das Göttinger Kurzfilmfestival „Mach mal halblang!“ übernommen. In einem Gespräch vor dem Festivalstart am Freitag hat Richter Einblicke in ihr Berufsleben gegeben – zwischen Rudi Carrell und Peter Zadek.

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Pressekonferenz im Schillereck: Beatrice Richter, Präsidentin der Jury, mit Jan Reinartz vom Verein Göttinger Filmnetzwerk, der die Göttinger Kurzfilmtage ausrichtet.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Frau redet Klartext. Schnell und sehr unterhaltsam. Denn wie sie selbst sagt, kann sie auch keine Pointe liegenlassen. Wie es kam, dass sie so kurzfristig für die erkrankte Petra Kleinert eingesprungen ist und das Juryamt übernommen hat, lautet die Frage. Richters spontane Antwort: „Irgendwer hat mir das eingebrockt.“ Anders gesagt: Während eines Treffen bei der Berlinale hätten ihr der Drehbuchautor Neidhardt Riedel und ihre Tochter gesagt, sie solle das jetzt machen.

Und Richters Bezug zum Kurzfilm? „Gar keiner. Ich habe selber mal einen gemacht. Der war grottenschlecht, und ich sag᾽ auch nicht wie der hieß“, erzählt die gebürtige Münchnerin. „Was du mit Diether Krebs gemacht hast, das sind ja auch Kurzfilme,“ verweist Festivalleiter Christian Ewald auf die legendäre Comedy-Serie „Sketchup“. „Sehr schön, das das mal einer sagt. Das sind Mini-Theaterstückchen. Das sind lauter kleine Geschichten, in sich abgeschlossen“, sagt Richter.

Fünf Stunden lang „sehr komprimiert“ habe sich die Festivaljury am Donnerstag 28 Kurzfilme angeschaut und beurteilt. Kurzfilmerfahrung habe sie ansonsten keine, räumt die 67-Jährige ein. „Aber ich weiß, wer gut spielt, ob mich etwas packt und ob ein Spannungsbogen da ist. Dazu mache ich das 50 Jahre.“ Und: „Kurzfilme haben eine große Attraktivität.“

50 Jahre Film, Fernsehen und Theater: Richter plaudert aus dem Nähkästchen. Sie zieht Anekdoten und einen berühmten Namen nach dem anderen aus dem Hut und spart auch nicht mit Kritik. Mit Regisseur Peter Zadek habe sie in Bochum gearbeitet, wo auch Rainer Werner Fassbinder Oberspielleiter gewesen sei und Hanna Schygulla zum Kollegenkreis gehörte.

Sammy Drechsel entdeckte schließlich Richters komisches Talent in der Theaterkantine. Und schon springt sie im Festivalbüro auf, um zu zeigen, wie sie früher „wie Charles Bronson Würstchen an der Theke bestellt“ hat. Nach Live-Aufnahmen in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft habe schließlich Rudi Carrell in der Kneipe angerufen. Zwei Jahre „Rudis Tagesshow“ folgten, danach „Sketchup“. So fing alles an. Mit Petra Kleinert habe sie gerade einen Zweiteiler gedreht und im März komme ein Film mit ihr ins Kino („eine Familienkatastrophe“). Soweit der aktuelle Stand.

Viel gesehen habe sie noch nicht von Göttingen, weil sie von den Festivalmachern „sofort verschleppt“ worden sei, sagt Richter. Aber auf jeden Fall unternehme sie einen Spaziergang durch die Altstadt.

Ein Podiumsgespräch mit Beatrice Richter findet am Sonnabend, 27. Februar, im Kino Lumière, Geismarlandstraße 19, statt. Beginn 16 Uhr.

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