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Dritte Komische Nacht: Comedy, Kabarett und Zauberei in Göttinger Gaststätten

Facetten des Humors Dritte Komische Nacht: Comedy, Kabarett und Zauberei in Göttinger Gaststätten

Was der Unterschied zwischen Deutschen und Italienern ist, macht Roberto Capitoni mit einem Vergleich der am häufigsten gesuchten Begriffe im Internet klar. Amore, in Italien stehe der Begriff Liebe an erster Stelle. Und in Deutschland? Routenplaner.

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Professionelle Spaßmacher bei der Komischen Nacht: David Anschütz und G. von Bamberg im La Locanda.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Capitoni ist einer der sieben Künstler, die bei der Komischen Nacht auf der Bühne stehen. Bei der Kabarettreihe bleiben die Zuschauer in einem Lokal, während die Künstler zwischen den Veranstaltungsorten wechseln. Die Reihe läuft in Göttingen bereits zum dritten Mal – mit großem Erfolg. Viele Lokale sind ausverkauft, auch das Restaurant La Locanda. Viele hätten nach der letzten Veranstaltung gleich für die nächste reserviert, verrät Restaurantchef Gianfranco De Stefano. Sein Lokal sei von Anfang an dabei, sagt De Stefano, der die Plakate der vergangenen Komischen Nächte inklusive Unterschriften der Künstler gut sichtbar im Gastraum aufgehängt hat.

Der Abend beginnt mit David Anschütz aus Köln, der in seinem Programm über abnehmwillige Frauen spricht. „Möchtest du mich bei der Diät nicht unterstützen?“, habe ihn seine Partnerin gefragt. Seine Antwort: „Wieso? Fett werden hast du ja auch alleine geschafft!.“ Anschütz‘ Ton ist rau, sein Stil frech, sein Humor manchmal trocken. Vom Publikum gibt es dafür viel Applaus. Auch für seine Idee, seinen nachfolgenden Kollegen einen Streich zu spielen. So bittet er das Publikum bei den folgenden Auftritten Kommentare wie „Ausziehen, ausziehen!“ oder „Ich dachte, du bist Stripper“ zu rufen. Beim Auftritt von G. von Bamberg traut sich ein Zuschauer tatsächlich: „ausziehen, ausziehen!“ Doch von Bamberg kontert gelassen: „Glaub mir, das willst du nicht sehen.“

Das Besondere an der Komischen Nacht ist, dass sich an einem Abend unterschiedliche Facetten des Humors, verschiedene Stile und Präsentationsformen der deutschen Kabarettszene erleben lassen. Einige Komiker plappern, einige unterstützen ihre Geschichten mit ausladender Gestik. Nicht so Heino Trusheim, der mit unerreichter Coolness seinen Text präsentiert. „Ey bleib mal locker. Du redest komisch, nicht ich“, habe er einem Zweijährigem geantwortet, der nur Kauderwelsch von sich gegeben habe, und seine verbeamtete Frau nehme er gerne mit den Worten „Na meine kleine Altersversorgung“ in den Arm.

Der Publikumsliebling des Abends ist nicht nur Kabarettist, sondern auch Zauberer. Matthias Rauch lässt einen Tisch schweben. „Ich find‘ ja, Harry Potter ist ein Scheiß dagegen“, sagt er selbst. Ob er davon leben könne, sei eine der häufigsten Fragen seines Publikums, erzählt er. Dann verwandelt er ein Blatt Papier in eine 100-Euro-Note. „Der Schein ist die Antwort. Ja, er kann davon leben“, spricht eine Stimme aus dem Off, und Rauch fügt hinzu: „Das war mein Beitrag für Griechenland.“

Diese Mischung aus Zaubertrick und Witz kommt besonders gut bei den Zuschauern an, und Rauch bekommt viel Applaus. Auch insgesamt ist das Publikum mit dem Abend zufrieden. So sehr, das die ersten Reservierungen für die nächste Komische Nacht am 13. Oktober vorgemerkt seien, sagt De Stefano am Ende des Abends.

Von Daniela Lottmann

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