Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Duo Nervling im Kulturzentrum ‚Alte Brauerei‘ in Northeim

Abenteuerliche akustische Weltreise Duo Nervling im Kulturzentrum ‚Alte Brauerei‘ in Northeim

Das abenteuerlustige Hamburger Akustik Soul Duo Nervling besteht aus Sängerin Moira Serfling und Gitarrist Tom Baetzel. Während einer im März beendeten Weltreise über fünfzehn Monate haben sie in fünfzehn Ländern je einen Song für ihr neues Album „Maracuja In The Corn Viper Sunbeam“ aufgenommen.

Voriger Artikel
Kulturhäuser: Göttingen will Ausgaben schätzen
Nächster Artikel
Eric Lugosh und Jens Kommnick bei der 13. Göttinger Gitarrennacht

Moira Serfling.

Quelle: Linnhoff

Northeim. Die Songs haben sie in ihren Unterkünften mit minimalistischem Recording-Equipment produziert. Dazu wurden mit Matratzen und Mikrofonen ausgerüstete Wandschränke zu kleinen Gesangskabinen. Die Ergebnisse gingen umgehend per Netz zu Freunden nach Deutschland. Von ihrer Reise zurück, wurden Serfling und Baetzel mit den ersten fertig gepressten CDs am Flughafen begrüßt.

Temperamentvoll betritt das Paar die Bühne und los geht’s auf ihrer akustischen Weltreise.  In Brasilien aufgenommen haben sie „Read my lips“: Sprache funktioniert überall, wenn man verstanden werden und verstehen will.  Mit ihrer Instrumentierung von Gitarre und teils per Loops produzierter Perkussion zaubern sie das Klangspektrum einer kompletten Band in die Alte Brauerei.

Serfling mit ihrer leicht rauen, charismatischen Stimme ist ständig in Bewegung und setzt zusätzliche Akzente mit Glockenspiel, Triola, Ukulele, Saxonette oder Harmonika. Es groovt aus allen Kanälen und meist sind Reggaerhythmen die Grundlage ihrer Musik.

Inspiriert durch die Menschen und Erlebnisse vor Ort sind alle Titel. Jamaica hat sie fasziniert und erschreckt zugleich. Dort haben sie über die Organisation „Musik ohne Grenzen“ mit Kindern in Ghettos musiziert. „Here I go“ zeugt von einer entspannten Zeit mit dem einheimischen Musiker Papa Curvin.

Geschockt über das ignorante Verhalten der Menschen in Miami entstand das stampfende „Gimme, Gimme, Gimme“. In Costa Rica regt der Fund eines alten Deckels ohne Topf mitten im Urwald zu dem Lied „Monday, Tuesday“ an. „Follow me“ begegnet der Hoffnungslosigkeit der Menschen in Kalkutta.

Zum Ende gibt es weitere Erfahrungen aus Jamaica. Serfling singt theatralisch, schwebend „stoned“ „Ich hör nicht auf zu sein wer ich bin, ich hab nen Superlauf, Superlauf“.

Den hat das Duo. Noch lange nach Verlassen des Konzerts klingt der Refrain von „Damn Good Night“ im Ohr. Es war ein verdammt guter Abend mit Nervling.

Von Jörg Linnhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff