Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Duo Papadopoulos im Duderstädter Rathaus

Violine und Klavier Duo Papadopoulos im Duderstädter Rathaus

Eine musikalische Zeitreise unternahmen Marie-Claudine und Dimitri Papadopoulos am Sonntag, 15. März, im dritten Duderstädter Rathauskonzert. Das Geschwisterpaar präsentierte mit Sonaten von Ludwig van Beethoven, Béla Bartók und César Franck seine Virtuosität an Violine und Klavier. 

Voriger Artikel
Erfolg: Leipzig meldet 20000 Besucher mehr als 2008
Nächster Artikel
„Männervernichtungsmaßnahmen“ im Deutschen Theater Göttingen

Musikalisch harmonierend: Marie-Claudine und Dimitri Papadopoulos.

Quelle: Matthias Walliser

Schon die Auswahl der Komponisten versprach eine kontrastreiche Vorstellung. Einerseits typische Vertreter ihrer musikalischen Epochen, überschritten sie die Grenzen ihrer Zeit und setzten mit ihren Werken Maßstäbe für nachfolgende Generationen. Der Klassiker Beethoven war beseelt vom Freiheitsgedanken des revolutionären Bürgertums, was sich auch deutlich in seiner Musik spiegelt.

Im ersten Satz der Sonate für Klavier und Violine in Es-Dur aus Opus 12 beherrscht noch das Piano die Geige. Diese entfaltet sich im zweiten Satz, doch erst im Finalrondo wird das aufmüpfig beginnende Klavier von der Violine eingeholt, und beide Instrumente wachsen zur harmonischen Einheit zusammen. Leichtigkeit und Eleganz bestimmen das Spiel der Virtuosen. 

Dann der Zeitsprung in den experimentellen Impressionismus des frühen 20. Jahrhunderts. Die zweite Violinsonate von Béla Bartók folgt in ihren zwei Sätzen dem Aufbau einer ungarischen Rhapsodie. Bartók verknüpft darin das aus der Volksmusik stammende Prinzip aneinanderreihender Variierung mit den aufgelösten Strukturen und verwischten Klangfarben der Impressionisten. Nicht in brüderlicher Vereinigung wie bei Beethoven, sondern im maskenhaft verzerrten Tanz, ja  mit einer Portion Selbstzerstörung kommt es zum Finale.

Grandioses Finale

Als Brücke zwischen Klassik und Moderne wählten die Geschwister die spätromantische Sonate für Violine und Klavier von César Franck. Gefühlvoll und ausdrucksstark präsentieren die Geschwister das Wechselspiel der Instrumente, die sich im grandiosen Finale in vollendete Harmonie steigern.

Dass Marie-Claudine und Dimitri Papadopoulos Meister ihres Faches sind, haben sie nicht nur in Duderstadt bewiesen. Die 22-jährige Violinistin war Schülerin von Alexis Galperine und Ulf Hoelscher und gewann bereits viele internationale Wettbewerbe. Als Stipendiatin der Landessammlung Streichinstrumente Baden-Württemberg spielt sie eine Violine des italienischen Geigenbauers Giovanni Francesco Pressenda aus dem Jahr 1843. 

Internationale Wettbewerbe

Ihr zwei Jahre älterer Bruder begann mit sieben Jahren das Klavierstudium am Straßburger Konservatorium. Später besuchte er die Musikhochschule in Karlsruhe in der Klasse von Kalle Randalu (der vor vielen Jahren einen aufsehenerregenden Klavierabend im Duderstädter Rathaus gegeben hat), studiert zurzeit in Lyon und war ebenfalls Preisträger vieler internationaler Wettbewerbe.

Der anhaltende Applaus des Duderstädter Publikums lockte noch eine romantische Zugabe: Mit der Vocalise von Sergej Rachmaninow fand der genussreiche Abend einen harmonischen Abschluss.  

                                                                                                        Von Claudia Nachtwey

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag