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Duo Staier/Schornsheim

Konzert Duo Staier/Schornsheim

Mit Christine Schornsheim und Andreas Staier konzertierten zwei international renommierte Künstler in Göttingen, die sich dem Klavierspiel auf epochengerechten Instrumenten verschrieben haben. In der fast voll besetzten Aula der Universität präsentierten sie am Sonntag Klavierwerke von Mozart, Mendelssohn und Schumann.

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Gespür für Zwischentöne: Christine Schornsheim (links) und Andreas Staier mit Noten-Umblätterin am Hammerflügel.

Quelle: Heller

Als perfekt eingespielte Duopartner zeigten sich die beiden Musiker mit der späten C-Dur-Sonate KV 512 von Wolfgang Amadeus Mozart: Wie sie sich die Themen zuspielten, in fliegendem Wechsel Führung und Begleitung tauschten, das zeugte von einer großen musikalischen Vertrautheit.

Solistisch trat Andreas Staier mit einer Auswahl aus den späten Fughetten von Robert Schumann hervor und gestaltete die fragilen Kostbarkeiten sensibel und mit viel Gespür für Zwischentöne. Felix Mendelssohn Bartholdys Präludium und Fuge f-Moll aus op. 35 gestaltete Christine Schornsheim als ebenso kraftvollen wie melancholischen Klangstrom von ernster Pracht. In Schumanns „Bilder aus Osten“ op. 66 waren die Solisten wieder vereint in temperamentvoller Agogik und musikantischem Schwung.

Bezaubernde Miniaturen

Im Übrigen war es der leichte, außergewöhnlich transparente und farbige Klang des Hammerflügels, der das Konzert bestimmte: Zu Schumanns vierhändigen Klavierstücken op. 85 passte er besonders gut. Und wer nach den bezaubernden Miniaturen wie dem „Geburtstagsmarsch“, der „Gartenmelodie“ und dem „Gespenstermärchen“ immer noch den Donnerhall und gläsernen Diskant eines Steinway-Flügels vermisste, der ist wohl für die Idee der Originalklangbewegung gänzlich verloren.
Mit Mendelssohns „Andante con Variazioni“ op. 83a und einer Mozart-Zugabe ernteten die Musiker den begeisterten Schlussapplaus eines Publikums, das nach dem Konzert großes Interesse zeigte für das verwendete Instrument: ein Conrad-Graf-Nachbau aus der Werkstatt von Christopher Clarke.

Von Matthias Körber

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