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„Echo Klassik“-Preisträger Felix Klieser konzertiert im Stift am Klausberg

Hohe Erwartungen „Echo Klassik“-Preisträger Felix Klieser konzertiert im Stift am Klausberg

Es ist noch nicht lange her, als die Nachricht von seiner Auszeichnung in den Medien verbreitet wurde. Felix Klieser, dem in Göttingen geborenen Hornisten, wurde im vergangenen Monat der Echo Klassik in der Kategorie Nachwuchskünstler des Jahres verliehen.

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Hornist Felix Klieser mit Michael Schäfer am Klavier.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Den Preis erhielt er für seine CD „Reveries“. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der junge Musiker dieses Jahr mit dem Musikpreis des Verbandes der Deutschen Konzertdirektionen. Ein Ausnahmetalent, so wird er immer wieder in den Medien genannt. Vielleicht ist das ein Fluch.

Zusammen mit dem Pianisten Michael Schäfer gibt Klieser ein Konzert in seiner Heimatstadt. Stücke von Joseph Haydn, Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart stehen auf dem Programm. Der Abend bietet einen Vorgeschmack auf seine neue CD, auf der genau diese Auswahl, allerdings mit Orchesterbegleitung, zu hören sein wird. Der Saal im Stift am Klausberg füllt sich schnell. Der Andrang ist so groß, dass weitere Stuhlreihen aufgebaut werden müssen.

Die Erwartungen sind hoch. Vielleicht zu hoch, denn als Klieser in seinem Eingangskonzert vereinzelte Töne nicht herausbekommt, scheint die Stimmung zu kippen. Das Publikum ist streng, einige Zuschauer klatschen nicht. Einem Preisträger gegenüber gibt man sich unbarmherzig. Fair ist das nicht.

Klieser spielt gut. Es sind die Spielvarianten, die seine Musik so anziehend machen. Mal klingt das Horn weich und brummig, nach Gemütlichkeit. Mal schnatterhaft und schimpfend, mal klar und hell. Das Klavierspiel von Schäfer bietet ihm dabei mehr als bloße Ergänzung. Sie verstärken ihre Wirkung gegenseitig, schaffen schroffe Kontraste oder gleichen sich harmonisch an. Der junge Hornist spielt mit einer spürbaren Leidenschaft, die jeden kleinen Fehler eigentlich unwichtig macht. Und allmählich kann er auch das Publikum mehr und mehr davon überzeugen.

Im Laufe des Abends steigert sich Klieser. Das Concerto D-Dur von Michael Haydn scheint ihm leichter zu fallen. Hatte er beim Applaus zu den vorherigen Stücken noch ernst und angestrengt geguckt, lächelt er nun. Und zu den Kompositionen von Mozart versöhnt er sich endgültig mit dem Publikum. Am Ende wird lange geklatscht, doch eine Zugabe kann Klieser nicht gewähren. Eigentlich sei er krank, heißt es.

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