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Effektvolle Show mit Schwung und Swing

Militär- und Blasmusikparade in der Lokhalle Effektvolle Show mit Schwung und Swing

Sinn und Zweck von Marschmusik ist es, die Bewegung einer größeren Menschenmenge akustisch zu begleiten. Bei der internationalen Militär- und Blasmusikparade in der Göttinger Lokhalle bewegte die Musik nicht nur die Marschierenden, sondern auch das Publikum.

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Brandenburger Tor in der Lokhalle: Musiker-Aufmärsche in buntem Habit.

Quelle: Theodoro da Silva

Rund 400 Akteure aus sieben Nationen begeisterten mit ihrer farbenfrohen, schwungvollen Show das Publikum, das die Halle beinahe bis zum letzten Platz füllte.

Nachdem eine überdimensionale, funkensprühende Torte zum zehnten Geburtstag der Parade auf die Bühnenfläche gefahren und vom bunten Nationenorchester ein Ständchen angestimmt ist, begrüßt Musikshow-Moderator Björn Gehrmann das Publikum zur vierten der 29 Veranstaltungen von Europas größter Tournee ihrer Art, die jährlich über 100 000 Besucher anlockt. Die vereinzelten linken Protestler, die unter anderem eine Videoinstallation vor der Halle aufgebaut haben, klärt der Moderator über den Charakter der Parade auf: „Meinungsfreiheit ist toll, aber man muss auch wissen, wovon man spricht. Wir hier wollen nie wieder mit etwas anderem aufeinander schießen als mit Konfetti.“
Als erste Nation gibt Kolumbien sein musikalisches Debüt in der Arena. Mit leichtfüßigen Rhythmen, einer zehnköpfigen Percussion-Gruppe und farbenfroh berockten Tänzern heizt die „Banda Show Ciudad de Medellín“ kräftig ein. Solo-Trompeter, -Klarinettisten und -Saxophonisten zeigen südamerikanisches Feuer. Das niederländische Musikkorps „Metro“, in akkurates Blau-Weiß gekleidet, überzeugt eher mit präziser Choreografie und bringt mit ihren zielstrebigen Marschmustern Bewegung in die Halle.

Die schottische „Owl Town Pipe & Drum Band“ erzeugt mit neun Dudelsäcken, einer Snare und einer Bassdrum mystische, episch-breite Klänge und eine effektvolle Nebelwand. Das sorgt bei den Zuhörern für leichtes Amüsement, doch die äußerst ruhige Choreografie entfaltet bald ihren ganz eigenen Zauber. Da darf auch „Auld Lang Syne“ nicht fehlen. Deutschland und Tschechien punkten bei den Gästen der überwiegend älteren Generation mit deftiger Marschmusik, bekannten Schlagern, aber auch Medleys aus moderner Filmmusik.

Eine einzigartig kreative Performance liefert die Ukraine mit mal als Rocker, mal als Trachtenträger gekleideten Tänzern und großen Hits von Queen, Van Halen und Survivor (Eye of the Tiger). Sehr beeindruckt reagieren die Blasmusikliebhaber auch auf die Leibgarde, die „Carabiniers“, des Fürsten Albert von Monaco. Mit zwei Gesangseinlagen und hervorragenden Soli bei schwungvollem Swing und Boogie-Woogie bringen sie Glanz in die Augen der Fans.

Zum großen Finale der Parade parken alle sieben Nationen ihre Musikkorps zentimetergenau nebeneinander auf dem Parkett und stimmen gemeinsam mit Publikum und Spezial-Gast Panflötistin Petruta Küpper unter der Leitung von Major Lyubomir Sukennik die Hymne der Freundschaft „Amazing Grace“ an. Das Kunststück gelingt beinahe fehlerfrei. Am Ende gibt es „standing ovations“ für eine friedvolle, internationale Geburtstagsfeier.

Von Anna Kleimann

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