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Eichenlaub statt Zähnung

Briefmarken-Neuheiten Eichenlaub statt Zähnung

Von der Wissenschaft bis zum Glauben reicht die Palette der neuen Briefmarken, die am 7. Mai erschienen sind. Alle Ausgaben wurden übrigens von Grafikerinnen gestaltet. 

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Nina Clausing legte das Motiv der „Europa“-Marke vor, die der Astronomie gewidmet ist. Vor 400 Jahren veröffentlichte Johannes Kepler sein Buch „Astronomia Nova“, in dem er nachwies, dass sich die Planeten ellipsenförmig um die Sonne bewegen. Die Sonne bildet einen der beiden Brennpunkte. Zudem gelang es Kepler, die Geschwindigkeit der Planetenbewegungen zu ermitteln. Je näher ein Planet der Sonne kommt, desto schneller rast er durch das All. Im selben Jahr erkannte Galileo Galilei die Milchstraße als Ansammlung zehntausender Sterne und machte weitere Entdeckungen: Er wies nach, dass die Oberfläche des Mondes ebenso unregelmäßig ist wie die Erdoberfläche. Zudem beschrieb er die Phasen des Planeten Venus. Diese und weitere Forschungsergebnisse publizierte er 1610 in seinem Buch „Sidereus nuncius“, auf Deutsch: Sternenbotschaft. Die 55-Cent-Marke zeigt eine schematische Darstellung der Kepler’schen Gesetze. 

Auch für die beiden Werte der diesjährigen „Post“-Serie war Nina Clausing verantwortlich. Sie ergänzen die bereits im März erschienenen Marken zum Thema „Post universal“ und machen auf den Transport und die Zustellung der Sendungen aufmerksam. Die Nennwerte betragen wiederum jeweils 55 Cent. 

1,45 Euro kostet eine neue Marke aus der Serie „Weltkulturerbe der Unesco“. Diesmal ist der Wert fünf Gedenkstätten in Eisleben und Wittenberg gewidmet, die an Martin Luther und die Reformation erinnern. Abgebildet sind das Geburts- und das Sterbehaus Martin Luthers in Eisleben, die Stadt- und die Schlosskirche in Wittenberg sowie das Melanchthonhaus in Wittenberg. In der Stadtkirche predigte Luther, an der Tür der Schlosskirche soll er seine 95 Thesen angeschlagen haben. Philipp Melanchthon zählte zu den wichtigsten Mitarbeitern Luthers. Grit Fiedler gestaltete die Marke. Dasselbe Motiv erscheint bei den Vereinten Nationen. Diese stellen auf einem Satz deutsche Welterbestätten vor.  

Sechs „Schwarze Einser“

55 plus 25 Cent kostet die Zuschlagsmarke zum Tag der Briefmarke, die von Ursula Lautenschläger entworfen wurde. Abgebildet ist der Eichstätt-Brief, ein 1959 im Eichstätter Stadtarchiv entdeckter Umschlag mit einem sauber gestempelten Sechserblock der ersten deutschen Briefmarke, des bayerischen „Schwarzen Einsers“. Trotz vorliegender Angebote wohlhabender Sammler trennten sich die Verantwortlichen der oberbayerischen Stadt nicht von dem historischen Dokument. Erst als die Bundespost 1969 Interesse zeigte, traten sie den Brief ab. Heute gehört er zum Archiv für Philatelie, einem Teil der Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Seit 1999 zeigt ihn das Berliner Museum für Kommunikation in der Schatzkammer.

Die mittlere senkrechte Zähnungsreihe des Zehnerbogens weist Aussparungen in Form eines Eichenblattes auf. Somit gibt es von der Zuschlagsmarke zwei Varianten: mit halbem Eichenblatt in der rechten und mit halbem Eichenblatt in der linken Zahnreihe. Für eine Normalsammlung genügt es, ein Exemplar ins Album aufzunehmen. Der Sammlerdienst der Deutschen Post liefert allerdings allen Abonnenten ungefragt ein Markenpaar. 

Bestellanschrift für Briefmarken der Deutschen Post: Deutsche Post, NL Philatelie, Postfach 1110, 92623 Weiden, Telefon 01803/246868.

Von Torsten Berndt

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