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Ein Bad in D-Dur

GSO mit dem Hornsolisten Felix Klieser Ein Bad in D-Dur

Kein Platz blieb leer in der Universitätsaula beim zweiten Konzert der Reihe „Wiener Klassik“ des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) am Donnerstag. Hauptattraktion des Abends war der Solist: der Echo-Klassik-Preisträger Felix Klieser, der zwei Hornkonzerte von Joseph Haydn spielte.

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Echo-Klassik-Preisträger Felix Klieser.

Quelle: Schäfer

Göttingen. Die Hornkonzerte waren umrahmt von zwei bezaubernden Raritäten. Zur Eröffnung gab es eine Ouvertürensuite des Bach-Zeitgenossen Johann Friedrich Fasch, ein unterhaltsames Werk, das GSO-Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller mit blitzenden Akzenten, munteren Kontrasten und flotten Tempi herausgeputzt hatte. Das war unter anderem eine Herausforderung für die Holzbläsergruppe aus zwei Oboen und Fagott, von denen stellvertretend das sehr feine Fagottsolo von Ömür Kazil hervorgehoben sei. Den Schluss bildete die leichtgewichtige Symphonie „Diana“ des Haydn-Zeitgenossen Václav Pichl.

Dazwischen lagen die beiden Hornkonzerte von Haydn, beide in D-Dur ebenso wie die Pichl-Symphonie. Es ist ungewöhnlich, dass ein Hornist mehr als ein Solokonzert in einem Konzert spielt, denn das Hornspielen ist mit ziemlichem Kraftaufwand verbunden. Doch das schien Felix Klieser in keiner Weise zu schrecken, seine Reserven sind – gutem Training geschuldet – schier unerschöpflich. Das erste der beiden Konzerte ist extrem virtuos, das Horn dringt bis in höchste Lagen vor.

Das klang bei Klieser nirgends angestrengt, sondern floss mühelos dahin, ausdrucksvoll, kultiviert, geziert mit kleinen Trillerchen, hier und dort mit überraschend großen Sprüngen bis hinab in die tiefsten Horn-Bereiche. Wesentlich schlichter und nicht so schwindelerregend hoch ist das zweite D-Dur-Konzert gehalten, mit einem wunderschön sanft singenden Adagio zwischen den raschen Ecksätzen: eine klug angelegte Beruhigung nach dem Hochseilakt des ersten Konzerts.

Mueller gestaltete die Musik sehr frisch und lebendig und sorgte dafür, dass das Zusammenspiel des GSO mit Klieser stets fein abgestimmt war. Hochverdient war der begeisterte, lang anhaltende Applaus, für den sich Klieser mit „Le rendezvous de chasse“ von Rossini bedankte. Selbst dafür hatte er noch Reserven. Erstaunlich.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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