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Ein Hauch von Broadway

Alsmann-Konzert Ein Hauch von Broadway

Götz Alsmann und seine auf hohem musikalischem Niveau agierende Band entführten in der Stadthalle ein begeistertes Publikum in die Welt des Broadways der 30er bis 50er Jahre. Eigene Arrangements mit deutschen Texten von Liedern aus dem American Songbook standen am Sonnabend auf dem Programm.

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Götz Alsmann in der Stadthalle

Quelle: Heller

Göttingen. Begleitet wurde Alsmann bei seinem Ausflug nach New York von Altfrid Maria Sicking, Vibraphon, Marimbaphon und Trompete, Ingo Senst, Kontrabass, Rudi Marhold, Schlagzeug und Markus Paßlick, Perkussion.

Evergreens aus der Zeit zwischen 1930 und 1960 wurden direkt am Broadway im Sear Sound, dem ältesten Tonstudio von New York, aufgenommen. Akribisch hat Alsmann (59) die Stücke neu arrangiert und mit überwiegend lange in Archiven verschollenen deutschen Texten versehen.

Humor und Liebe zum Detail

So wird „My funny valentine“ zur „Traumvision“ und ersten Fassung dieser Ballade im Paso Doble Rhythmus, wie Alsmann schmunzelnd andeutet. Der entspannte Evergreen „Blue Moon" wird zu einer „Mondnacht Am Meer" oder das erstmals von Frank Sinatra interpretierte „Everything happens to me“ zu „Alles passiert immer mir“.

Mit Humor und Liebe zum Detail interpretiert, glänzen die locker swingenden Arrangements des Quintetts wie kleine musikalische Perlen, garniert mit filigranen Rhythmusideen von Paßlick. Die Musiker spielen sich entspannt, mit feinem Spielwitz und ausgefeilten musikalischen Nuancen, durch das Repertoire. Teils atemberaubende Akkorde von Klavier und Vibraphon werden unterstützt von der gelassen groovenden Rhythmussektion um Marhold und Senst.

Wenn Alsmann zwischen den Stücken mit viel Leidenschaft teils stakkatomäßig über die Lieder und Eindrücke während der Aufnahmen in New York erzählt, kommt ganz der Entertainer durch, den er auch jahrelang in der kultigen Sendung „Zimmer frei“ gegeben hat. Alsmann, Meister des geschliffenen Wortwitzes, schwärmt von der einzigartigen Atmosphäre am Broadway, macht sich lustig über „schachtelhalmartig gewachsene Tänzer“, denen er im Fahrstuhl zum Studio begegnete und kokettiert mit seinen Tanzkünsten, zu denen er den Fingern „zwischen Ozelot und Feuersalamander“ über die Tasten gleite.

Dank ans Publikum

Mit dem spritzigen „Was immer Lola will“ strebt die Band dem Ende ihres stimmungsvollen Ausflugs an den Broadway zu. Alsmann verabschiedet sich mit einem Bonmot zur Architektur der Stadthalle („legendäres Denkmal eines unbekannten Vertäfelers“) und bedankt sich bei dem treuen Göttinger Publikum.

Dessen lang andauernder Applaus wird mit zwei solistischen Ständchen Alsmanns an der Banjolele belohnt, bevor zum Kehraus der Wolf Cha-Cha-Cha tanzt.

Von Jörg Linnhoff

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