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„Ein Stück Palästina-Geschichte“

Schauspieler Mohammad-Ali Behboud „Ein Stück Palästina-Geschichte“

„Ich will ihn nicht imitieren, sondern seine Menschlichkeit herüberbringen“, sagt Schauspieler Mohammad-Ali Behboudi über den Palästinenser Izzeldin Abuelaish, den er im Stück „Ich werde nicht hassen“ beim Kultursommer spielt. Abuelaish gab einem israelischen Reporter heimlich Interviews - und verlor deshalb seine drei Töchter.

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Die Geschichte von dem Gynäkologen Abuelaish erzählt vom Alltag in Gaza, dem Warten an israelischen Checkpoints, dem tödlichen Anschlag auf seine Töchter - und dem menschlichen Umgang von Abuelaish damit.

Quelle: DPA

Göttingen. „Das ist keine einfach Rolle“, sagt Behboudi. Schließlich gehe es in dem Stück, das der Schauspieler als Monolog aufführt, um einen real existierenden Menschen, nicht um eine fiktive Figur. Die Geschichte von dem Gynäkologen Abuelaish erzählt vom Alltag in Gaza, dem Warten an israelischen Checkpoints, dem tödlichen Anschlag auf seine Töchter - und dem menschlichen Umgang von Abuelaish damit. Denn der setzt sich weiter für Verständigung und Versöhnung mit dem Land ein, anstatt Israel zu hassen.

Ein Stück Palästina-Geschichte

„Das ist ein Stück Palästina-Geschichte“, sagt Behboudi. Nachdem er das Buch gelesen habe, habe er sich stark mit Abuelaish identifizieren können. Meine größte Angst war, dass die Inszenierung ihm nicht gefällt“, gesteht Behboudi. Einen Tag vor der Premiere habe er Abuelaish persönlich getroffen. „Er war sehr glücklich mit der Produktion“, sagt Behboudi. „Meine Sicht auf das Stück hat sich durch das Treffen nicht verändert“, so Behboudi, seine Vorstellung von Abuelaish habe sich bewahrheitet.

Außerdem habe er selbst - wie Abuelaish, der mittlerweile in Toronto lebt - eine Flucht mitgemacht: „Ich habe den Krieg zwischen Iran und Irak erlebt, war an der Front, habe Kameraden und meine Heimat verloren“, sagt der iranische Schauspieler, der seit 1984 in Deutschland lebt. Auch er habe ein Gefühl für Geduld entwickelt, dafür, dass Gespräche mehr bewegen können als Rache. Trotzdem sagt Behboudi über Abuelaishs Geschichte: „Ich habe nichts in der Größenordnung erlebt und kann nicht nachvollziehen, ob ich auch so gehandelt hätte.“

 „Die Distanz verschwimmt“

Doch das Stück bewegt ihn: „Ich habe beim Lesen des Buches mehrfach weinen müssen“, sagt Behboudi, er spricht von einer „inneren Verwandtschaft“ mit Abuelaish, die er empfunden habe. Manchmal werde er auch mit Abuelaish verwechselt: Dann denken die Zuschauer, dass er seine eigene Geschichte auf der Bühne erzähle. „Die Distanz verschwimmt“, so Behboudi.

"Wie ein Marathon"

Das Publikum sei beim Stück bisher einheitlich betroffen gewesen. „Die Zuschauer waren immer erstmal sprachlos, haben erst nach ein paar Minuten angefangen zu klatschen“, erzählt Behboudi. Über das 90-minütige Ein-Mann-Stück sagt er weiter: „Das ist wie ein Marathon“. Und doch meint er, dass es keine Minute zu lang sei, „es ist kein schönes Stück, aber eins, das die Leute bewegt“.

Tickets gewinnen

Für der Inszenierung „Ich werde nicht hassen“, gespielt von Mohammad-Ali Behboudi, verlost das Tageblatt dreimal zwei Eintrittskarten. Die Vorstellung am Sonnabend, 13. August, beginnt um 21 Uhr im Deutschen Theater, Theaterplatz 11. Wer gewinnen will, muss am Donnerstag, 30. Juni, zwischen 14 und 20 Uhr unter Telefon 01 37 / 8 60 02 73 anrufen und deutlich seinen Namen, Anschrift und Telefonnummer auf das Band sprechen. (0,50 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Kartenvorverkauf unter Telefon: 05 51 / 49 69 11.

Von Hannah Scheiwe

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