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Mit ungeheurer Emotionalität

Glen Hansard im Kulturzelt Kassel Mit ungeheurer Emotionalität

Er hat als Straßenmusiker angefangen, inzwischen hat er eine große Fangemeinde: Mit seiner kraftvollen Stimme und seinen vielschichtigen Songs begeisterte der Ire Glen Hansard am Dienstagabend sein Publikum im ausverkauften Kasseler Kulturzelt.

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Auf Europatour: Glen Hansard bei seinem Auftritt in Brüssel, am Dienstag gastierte er im Kulturzelt Kassel.

Quelle: r

Im schlichten dunklen Hemd kommt Hansard auf die Bühne in Kassel, jegliche Allüren sind ihm fremd. Seinem Ruf als fantastischer Live-Musiker wird der Singer/Songwriter sofort gerecht. Eindringlich, das bezeichnet Hansards Musik vielleicht am besten. Mit ungeheurer Emotionalität singt er, mit wandelbarer Stimme von leise und sanft über kraftvoll bis fast schreiend. Mit Ansagen hält sich der Musiker nicht lange auf, was er zu sagen hat, sagt er in mit seinen Songs. Dabei geht es viel um Schmerz und Liebe – das Wort Liebe allerdings meidet er, es mache faul. Nur einige wenige Male erklärt er  an diesem Abend etwas zu seinen Liedern, etwa zu „Just to be the one“: Er habe es für einen Hund geschrieben, mit dem er zusammen lebt und dessen Vertrauen er sich hart erkämpfen musste.

 

Hansards Durchbruch als Musiker kam 2006 mit einem Film. Regisseur John Carney hatte die Idee, von einem Straßenmusiker zu erzählen, der ein Mädchen trifft, und beide spüren eine Verbindung. Hansard und Marketa Irglova spielen die beiden, zusammen schrieben sie auch die Filmmusik zu dem wunderschönen Independent-Film „Once". Für den Titelsong „Falling Slowly“ erhielten sie 2008 den Oscar in der Kategorie Bester Song.

 

Zu Hansards Band gehören neben Pianistin, Schlagzeuger, Bassist und Gitarrist auch zwei Violinistinnen, eine Cellistin und drei Bläser. Gemeinsam überzeugen sie an diesem Abend in Kassel mit ihrem dynamischem Spiel. Hansard wechselt in seinen Songs gern das Tempo, auch mal abrupt, dreht unvermittelt voll auf und reduziert dann ebenso schnell wieder alles nur auf seine kräftige Stimme und Gitarre. Weil ihm die spezielle Atmosphäre im Kulturzelt gefällt, probiert er  einen Song, der nicht auf der Setlist steht und fordert von seinen Streicherinnen dabei vollen Einsatz.

 

In den vergangenen Jahren hat Hansard viel Neues in seine Stücke aufgenommen, zeigt sich mal ganz rockig, lässt Ska und Soul einfließen. Am stärksten aber bleibt seine Musik, wenn er sich auf seine Stimme und die Gitarre verlässt.

 

Mehr als zwei Stunden spielt er – und hätte sicher noch länger gespielt, wenn die Vorschriften in Kassel nicht so strikt wären – bevor er und seine Musiker sich endgültig vom restlos begeisterten Publikum verabschieden.

 

Die nächsten Auftritte im Kulturzelt Kassel, An der Drahtbrücke: José James (14. Juli) , Keb Mo (15.  Juli) , Sophie Hunger (16. Juli). Weitere Konzerttermine unter www.kulturzelt-kassel.de

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