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„Eines der schönsten Holzschnittbücher“

Kunstwerk des Monats „Eines der schönsten Holzschnittbücher“

An jedem ersten Sonntag im Monat zeigt die Kunstsammlung der Universität Göttingen im Alten Auditorium am Weender Tor ein Objekt aus ihren Beständen. Es wird mit einem Einführungsvortrag vorgestellt. Diesmal: Das kolorierte Exemplar des Speculum passionis Ulrich Pinders (Nürnberg, 1507).

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Buchillustration: Speculum passionis.

Quelle: EF

Neben Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen, Druckgraphik und Videokunst besitzt die Göttinger Universitätskunstsammlung einen beachtenswerten Bestand an illustrierten Büchern. Eines der frühesten ist ein koloriertes Exemplar des spätmittelalterlichen Passionstraktats Speculum passionis (Nürnberg, 1507).

Der Nürnberger Stadtarzt Ulrich Pinder kompilierte die Texte, gab die Illustrationen in der Dürer-Werkstatt in Auftrag und druckte das Werk in seiner eigenen Druckerei. Das aus drei Teilen bestehende Werk ist mit insgesamt 77 Holzschnitten illustriert, 39 sind ganzseitig.

Im ersten Teil, der Einleitung, wird der Leser in Passionsmediation und Lebensgeschichte Christi eingeführt. Im zweiten Teil, dem Hauptteil, folgt die Passion Christi vom Gang nach Gethsemane bis zur Grablegung, im dritten Teil werden Wunder Christi nach seinem Tode sowie das Jüngste Gericht behandelt. Das Speculum wurde als eines der schönsten deutschen Holzschnittbücher des 16. Jahrhunderts bezeichnet. Für die Holzschnitte zeichnen Hans Schäufelein, Hans Baldung Grien und Hans Süß von Kulmbach verantwortlich.

Das Göttinger Exemplar zeichnet sich nicht nur durch die kolorierten Holzschnitte aus, handschriftliche Vermerke am Textrand bezeugen den häuslichen Gebrauch als Andachtsbuch. Durch die große Bekanntheit und weite Verbreitung fanden die Illustrationen hohe Schätzung als Vorlagen für gemalte Passionsszenen und -folgen. Als lokales Göttinger Beispiel ist die Szene „Einzug in Jerusalem“ des Hochaltares in der Marienkirche von Heinrich Heisen aus dem Jahre 1524 zu nennen.

Die Autorin stellt die Werke am Sonntag, 6. Februar, in der Kunstsammlung der Universität vor. Beginn im Audimax, Weender Landstraße 2 in Göttingen, ist um 11.30 Uhr.

Von Anne-Katrin Sors

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