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Einhörner zwischen Harz und Amazonas

Comedy Company feat. Lee White im Lumière Einhörner zwischen Harz und Amazonas

Ein paar Vorgaben aus dem Publikum, und los geht᾽s: Mit ihrem kanadischen Gast Lee White und Ex-Ensemble-Mitglied Alexis Kara hat die Comedy Company am Freitagabend im Göttinger Lumière eine Improtheater-Show in deutsch-englischem Kauderwelsch gespielt und für reichlich Lacher gesorgt.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Zunächst überlässt die Comedy Company dem „lieben Gast“ aus Winnipeg das Scheinwerferlicht, der für seine Soloshow Freiwillige auf die Bühne holt. Lee White von den „Crumbs“ gehört zur ersten Garde der Szene. Seine Improgruppe gilt europaweit als eine der besten überhaupt. So ist Runde für Runde schnell ein Wagemutiger gefunden, der mit dem Impro-Profi Bühnenluft schnuppern möchte.

Termin

Eine „Weihnachtsshow“ mit der Comedy Company ist für den 17. Dezember geplant. Eine „Special Show“ mit Katrin Richter und Lars Wätzold gibt es am 31. Dezember.

​Vier Szenen werden gespielt. Die Zuschauer geben dafür Orte und Berufe vor. Die krude Geschichte von einem Goldschmied, der einen Ring mit magischen Kräften schmiedet, der ihn unsichtbar macht, eröffnet die Show. Blutig wird es danach in einer Zahnarztpraxis, wo eine Dentistin und ihr Assistent einem Patienten aus „dem haarigsten Mund, den sie je gesehen haben“ Zahn um Zahn ziehen. Bei einer Beerdigung verabschieden sich zwei sehr unterschiedliche Brüder von ihrem „Hippie Vater“. Und auf den subtilen Zwist folgt ein offen ausgetragener Konkurrenzkampf zwischen einem russischen und einem amerikanischen Schachspieler.

​Charaktere und Geschichten entstehen immer wieder aufs Neue aus dem Nichts. Und das Publikum bekommt einiges zu lachen. White, der sein Wissen als Improvisationskünstler auch in Workshops vermittelt, hat ein sensibles Händchen dafür, seine vier Spontan-Partner ganz sanft durch die Szenen zu begleiten. Er fragt und treibt das Geschehen unmerklich voran. Die Freiwilligen bringen immer wieder neue Ideen ein, die White aufgreift, spiegelt und als Pointe wieder zurückwirft. Mit großer Leichtigkeit und Fantasie lässt er das Spiel laufen, bringt Präzision und Tiefe ins Spiel.

Auch der Präsident fehlt nicht

​Danach kommt die Comedy Company auf die Bühne zu ihrem Gastkollegen und zu Musiker Michael Zalejski, der das Treiben wie gewohnt kongenial begleitet. Stefan Graën, Katrin Richter und Lars Wätzold bringen noch einen Überraschungsgast mit. Ex-Ensemblemitspieler Alexis Kara, der inzwischen zum Team  der „ZDF heute-show“ gehört, hatte kurzfristig Zeit und Lust mitzumachen.

​Das anarchische Treiben aus dem Stegreif nimmt seinen Lauf zwischen Geismar, Harz und Amazonas. Die Zuschauervorgabe für das Spiel lautet „Einhorn“, und schon bald bevölkern zig Einhörner die Bühne. Ein Sohn findet seinen verschollenen Vater wieder. Ein Mädchen besiegt einen sinisteren Zauberer, eine Zwergengruppe tummelt sich im Harz, und natürlich wird auch viel gesungen.

Endlich schlägt auch die Stunde des neuen US-Präsidenten, der schon den ganzen Abend über durch das Geschehen wabert. Lee White ist wie immer großartig. Er konterkariert plötzlich Trump und verspricht, eine Mauer zu bauen und die vielen illegalen Einhörner aus dem Land zu werfen. Eine Fantasiegeschichte fast wie aus dem richtigen Leben, ein begeistertes Publikum und eine ausgelassene Show mit tollen Impro-Schauspielern, die sich alle bestens kennen und förmlich vor Spielfreude sprühen.

Von Karola Hoffmann

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