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Elisabeth Brauß bei Benefizkonzert des Rotary-Club Göttingen Süd

Geben und Nehmen Elisabeth Brauß bei Benefizkonzert des Rotary-Club Göttingen Süd

Geben und Nehmen stehen in engem Zusammenhang. Das gilt nicht nur im privaten Alltag, nach diesem Prinzip arbeiten auch Stiftungen. Weil sie gern geben, müssen sie nehmen – und manchmal zeigt es sich, dass der, der genommen hat, ebenso gern auch wieder gibt.

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Hoch entwickelte Virtuosität: die Pianistin Elisabeth Brauß.

Quelle: Heller

Göttingen. So hat die Stiftung „Jugend musiziert Niedersachsen“ die junge Pianistin Elisabeth Brauß vielfach gefördert. Deshalb war sie gern bereit, zu einem vom Rotary-Club Göttingen Süd organisierten Benefizkonzert für die Stiftung am Sonntag in die Aula der Universität zu kommen und auf diese Weise, wie sie selbst in ihrer Begrüßung sagte, der Stiftung Dank abzustatten. Und bereitete damit zugleich dem Publikum einen wunderschönen musikalischen Vormittag.

Eingeleitet hatte dieses besondere Konzert der Auftritt zweier Preisträger des aktuellen Wettbewerbs „Jugend musiziert“: Andreas Dobbelstein und Eric Edmundson, beide Jahrgang 2003. Sie eröffneten das Benefizkonzert mit Klaviermusik zu vier Händen: einer Sonatine von Friedrich Kuhlau, dem Satz „Kleiner Mann, kleine Frau“ aus Georges Bizets „Jeux d’enfants“ und drei Préludes von Georges Gershwin. Erstaunlich, mit welcher Ausdruckstiefe sie aufwarten konnten. Dazu boten sie geschmeidige Geläufigkeit und fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel. Schon hier war die Begeisterung der Zuhörer kaum zu bremsen.

Elisabeth Brauß hatte ein hochromantisches Programm mitgebracht. Zwei Balladen Frédéric Chopins umrahmten Robert Schumanns Zyklus „Faschingsschwank aus Wien“. Die heute 20-Jährige war schon zu Schulzeiten in das der Musikhochschule Hannover angeschlossene Institut zur Früh-Förderung musikalische Hochbegabter aufgenommen worden und studiert jetzt bei Bernd Goetzke an dieser Musikhochschule. Die bei Chopin wie bei Schumann sehr weit auseinanderliegenden Stimmungswerte zwischen zarter Lyrik und Poesie auf der einen und dramatisch-leidenschaftlichen Ausbrüchen auf der anderen Seite hatte sie gleichermaßen im Griff. Dafür besitzt sie eine sehr hoch entwickelte Virtuosität, eine Delikatesse im Anschlag und ein ausgeprägtes Formempfinden, mit dem sie dem Hörer musikalische Zusammenhänge nahebringt. Sie lässt das Publikum die Musik erleben. Das ist weit mehr als bloßes Hören.

Schade, dass der Saal – wohl wegen der konkurrierenden Grass-Lesung im Deutschen Theater – nur halb gefüllt war. Doch das konnte die Lautstärke des lang anhaltenden Schlussapplauses kaum mindern. Die Pianistin bedankte sich mit einer Zugabe: der glänzend rauschenden Konzertetüde „La Leggierezza“ von Franz Liszt.

Von Michael Schäfer

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