Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Energetisch, hektisch, rasend und wahnwitzig

Musa Energetisch, hektisch, rasend und wahnwitzig

Ska? Damit haben „Paddy’s Funeral“ nicht viel zu tun. Kein Offbeat, keine Bläser; stattdessen Folkpunk mit Fiedel, Mandoline und harten Gitarren. Allerdings: Die Partystimmung ist schnell auf Ska-Niveau, denn die Schunkelbeats gehen in die Beine, die Melodien ins Ohr. 

Voriger Artikel
Viel Beifall für virtuos gespielte Soli
Nächster Artikel
Abschluss des Haydn-Zyklus

Energie auf höherem Level: die „Los Kung Fu Monkeys“.

Quelle: CR

Die Göttinger Band hat zwar auch die typisch melancholische Seite des Irish Folk, wie das Glanzlicht „Fiddlers Green“ beweist. Doch die lässt sich bekanntlich mit Whisky hervorragend runterspülen – davon singen sie oft und stoßen mit dem Publikum an.

„Los Kung Fu Monkeys“ setzen das Energielevel ein paar Stufen höher. Ska? Ja, aber diese Affen aus Mexiko geben kräftig Gas. Die typischen Bläserelemente treffen auf untypisch aggressive Hardcore-Dresche. Der Drummer verprügelt sein Instrument geradezu, die zwei Sänger schreien sich die Seele aus dem Leib. Ein Cover des Cure-Klassikers „Boys Don’t Cry“ wird in knapp zwei Minuten runtergerotzt. Zwischendurch gibt’s kurzes, rüpelhaftes Anschreien, „Ready to fucking dance?“, dann schnell, schnell den nächsten Brecher. Der Saal kocht, „Los Kung Fu Monkeys“ führen den Zugaben-Chor an und verabschieden sich dankbar mit zwei Songs. 

Das Square-Erlebnis

Dann „Square“: Meine Güte, was für eine eigenwillige Mischung. Nicht nur, dass die Schweden mit graublauen Hemden und weißen Herrenshorts auftreten und der Sänger aussieht wie Johnny Depp auf seinem filmischen Drogentrip durch Vegas. Musikalisch verschmelzen sie Ska mit Garagenrock à la „The Hives“ – das Erlebnis „Square“ ist aber weitaus mehr. Energetisch, hektisch, rasend und einfach wahnwitzig jagt ein Break das nächste, kein Rhythmus, kein Tempo hat länger als 30 Sekunden Bestand. Und: Das heillose Durcheinander funktioniert, kristallisiert zu einem eigenen Genre und Songs, die in sich Sinn und wahnsinnig viel Spaß machen. Dazu der Sänger, der die Musik mit seinem ganzen Körper in die Luft zeichnet, keine Sekunde stillhält. Mal Roboter, mal Gockel, stolziert er in seinem Bademeister-Look über die Bühne und vollführt auch hierbei ein Kunststück: Statt aufgesetzt zu wirken vervollständigt er das Gesamtbild und scheint das einzig richtige zu machen.

Dem Publikum machen es „Square“  so natürlich nicht leicht. Durchtanzen will nicht so recht klappen, dazu ist die Musik zu sperrig. Doch nach anfänglicher Maulsperre geht es doch und der ganze Laden tanzt. Der abschließende Applaus spricht Bände – und ist mehr als verdient.

                                                                                                                             Von Helge Dickau

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers