Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Ensemble Caprice im Welfenschloss Hann. Münden

Händel-Fest Ensemble Caprice im Welfenschloss Hann. Münden

Händels italienische Prägung zeichnete das deutsch-kanadische Ensemble Caprice um den Flötisten Matthias Maute in Hann. Münden nach. 

Voriger Artikel
Fröhlich, lebensnah und den Fans zugewandt
Nächster Artikel
Trauer und Trost vereint

Musiker aus Kanada und Deutschland: das Ensemble Caprice.

Quelle: SPF

Mit drei Ricercari von Diego Ortiz stellten sich die Musiker vor. Der kurzfristig eingesprungene Cembalist Dongsuk Shin fügte sich perfekt ein. Als solistischen Beitrag spielte er Händels Blacksmith-Variationen, deren Motiv er tänzerisch darlegte. Die rasanten Variationen waren indes durch manchen Fehlgriff verunziert.

Die Flötisten – neben Maute Sophie Larivière – zeigten an zwei Werken Falconieris, dass ihr Instrument keineswegs harmlos ist: süß, aber nicht süßlich die „suave melodia“, ungestüm die „Follia“. Das Sujet des wilden Tanzes begegnete auch in Vivaldis Sonate op. 1 Nr. 12. So hochvirtuos Maute hier und in seiner eigenen Bearbeitung eines Händel-Konzerts für Flöte solo spielte, mögen Flötenliebhaber ein wenig die Buntheit des Flötenklangs vermisst haben. Herrlich die Ballettmusik Schmelzers, der eine Begegnung mit einer stolzen, heiteren Zigeunerin erzählt. So wenig Schmelzer bei aller Volkstümlichkeit seinen höfischen Hintergrund leugnen kann, hielt – gleichsam als dessen Gewährsmann – Michael Spengler die Noblesse der Gambe durch. 

Eindrucksvoll Bachs Chaconne d-Moll, in der die Polyphonie die Verwirrung der Gefühle ausdrückt, hier statt als Violin-Solostück mit zwei Flöten und Basso continuo gespielt. Mit „Balletti di Venezia“ und barocker Zigeunermusik, bei der nochmals der Variantenreichtum der Schlagfiguren von Ziya Tabassian an historischen Tamburinen und Trommel zu bewundern war, endete dieses erste Hann. Mündener Konzert der Händel-Festspiele. 

Von Karl Friedrich Ulrichs

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag