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Ensemble Procant konzertiert mit Göttinger Blechbläsern

Dem Ohr schmeicheln Ensemble Procant konzertiert mit Göttinger Blechbläsern

Englische Musik ist außerhalb der britischen Inseln vergleichsweise selten zu hören. Das gilt sowohl im Konzertsaal als auch in Kirchen. Deshalb war das Programm, mit dem das Göttinger Ensemble Procant jetzt in der Göttinger Nikolaikirche und der Schedener Markuskirche auftrat, besonders spannend.

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Engagiert: Ensemble Procant und Streicher des Jugend-Sinfonie-Orchesters in der Markuskirche Scheden.

Quelle: EL

Göttingen/Scheden. Chorleiter Stephan Diedrich hatte Vokalwerke der Briten Gustav Holst, Charles Villiers Stanford, John Rutter und Karl Jenkins zusammengestellt, ergänzt durch ein „Laudate“ des Norwegers Knut Nystedt.

Er präsentierte sie teils a cappella, teils mit der stets sicheren und klangschönen instrumentalen Unterstützung eines Göttinger Bläserensembles und einiger Streicher des Jugend-Sinfonie-Orchesters Göttingen.

Ausgesprochen „alte“ Musik war nicht dabei – die drei spätromantischen Motetten op. 38 von Stanford aus der Zeit um 1900, dem Chor des Trinity College in Cambridge gewidmet, markierten den chronologischen Anfangspunkt. Ebenfalls spätromantisch ist die Orchestersuite „Die Planeten“ von Gustav Holst, der aus Göttingens Partnerstadt Cheltenham stammt.

Hauptgewicht des Konzerts – aufgelockert durch „Nimrod“

Der „Jupiter“-Choral aus dieser Suite, ursprünglich rein instrumental, wurde von Dan Forrest zu einem Chorsatz mit Bläserbegleitung arrangiert und von Michael Perry mit Text (O God beyond all praising“) versehen: ein eindrucksvolles, klangmächtiges Stück mit anrührendem Pathos.

Das Hauptgewicht des Konzerts – aufgelockert durch „Nimrod“ aus Edward Elgars Enigma-Variationen in vollklingendem Bläsersatz – aber lag auf Musik der jüngeren und jüngsten Vergangenheit. Und in dieser Epoche muss englische Musik durchaus nicht atonal oder auf andere Weise sperrig sein.

Im Gegenteil, sie schmeichelt dem Ohr und kann auch im sakralen Umfeld ausgesprochen unterhaltsam wirken. Davon zeugten eindrucksvoll drei Sätze („Cantus“, „Thy perfect love“ und „The Lord bless you and keep you“) des 1945 geborenen John Rutter und das 2010 komponierte Te Deum des ein Jahr älteren Karl Jenkins.

Kein Grund diese Musik zu verteufeln

Rutters Musik ist dichter gearbeitet, Jenkins wirkt stilistisch manchmal etwas oberflächlicher, stellenweise hat dieses Te Deum sogar Anklänge an Filmmusik. Doch ist das kein Grund, diese Musik zu verteufeln: Schließlich darf Musik in der Kirche sehr wohl auch als Genussmittel fungieren, und wer beim Lobpreis Gottes vielleicht hier und da die Hüften schwenken möchte, wird deshalb bestimmt nicht exkommuniziert.

Der Chor besitzt erfreulich viele junge Stimmen. Möglicherweise könnte mit regelmäßigerer Probenarbeit – Procant arbeitet projektweise – die Homogenität des Chorklangs noch weiter gesteigert werden. Doch meisterten die Sänger, von Diedrich schwungvoll inspiriert, ihre Aufgaben mit sichtbarer und ansteckender Begeisterung.

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